Mein Leben – Eric Clapton

Mein Leben – von Eric Clapton

Worum geht es?

Naja, die Autobiografie von Eric Clapton :-).

Warum habe ich es gelesen?

Wir haben gerade Gäste in einem Appartment und Andreas (der junge Mann mit dem weißen Hemd auf dem Bild ) beeindruckte an dem Buch, wie offen Eric Clapton über seine Suchtprobleme gesprochen hat.

Was hat’s gebracht?

Woooo-ooooohhhh.

Ich habs fast in einem Rutsch durchgelesen. Eric Clapton war Alkoholiker und ein ziemlicher Arsch (der aber wundervoll Gitarre spielen kann).

Nach endlosen Abstürzen, Frauengeschichten, diversen Katastophen (sein Sohn fiel aus dem 53. Stock eines Wolkenkratzers in New York) und zwei Entzügen geht es ihm seit 1997 “gut”. Auch ich fand es gut, wie über über sein Leben spricht. Es hört sich alles recht ehrlich an.

Die Story seines Lebens ist wirklich atemberaubend und was mich beruhigt hat, ist die Tatsache, das einem alles Geld der Welt nichts nutzt, wenn man nicht weiß, was man will.

Standing at the crossroads,
trying to read the signs
to tell me which way I should go
to find the answer

Seit 1998 betreibt er ein non-profit center zum Drogenentzug (hier die Story) und zum bekanntmachen des Ganzen und der Finanzierung gibt es das Crossroads Guitar Festival. Es gibt zwei DVDs über dieses Festival, die einfach umwerfend sind:

naja – und noch zwei Videos um zu sehen was ich meine:

Jedermann – Philip Roth

Jedermann – von Philip Roth

Worum geht es?

Die Beschreibung eines Menschenlebens.

Warum habe ich es gelesen?

Tine gab es mir und sagte, das könnte jetzt passen.

Was hat’s gebracht?

Viel! Beim Lesen bin ich immer wütender geworden über diesen Menschen, der da beschrieben wird. Ich habe es aber ganz tapfer zuende gelesen und dann ziemlich lange mit Tine diskutiert.

Was hat’s gebracht?

Eine ganze Menge. Anfangs dachte ich: “Das ist doch nicht jedermann, der da beschrieben wird. Er hat Geld, einen guten Job und so ist doch nicht die Masse!”. Nach viel Diskutierens ist bei mir aber so langsam der Groschen gefallen, dass das, was da beschrieben wird (Kindheit, Ehen, Scheidungen, Kinder, Job, Krankheit, Tod) tatsächlich von jedermann erlebt wird. Der eine von diesem ein bischen mehr, der andere von jenem.

Ein weiterer Punkt, der mir beim Lesen immer aufgefallen ist, war “Man, warum stellt der sich sich blöd an!”. Auch das ist etwas, was der Mensch lernen muß kann. Er muß es nicht. Die Mehrzahl der Menschen ignorieren diese Erfahrungen auch meist. 

Auf dem Cover steht übrigens die Beschreibung “Im Mittelpunkt steht der lebenslange Kampf eines einzelen Mannes gegen die Sterblichkeit“. Das sehe ich nicht so. Ich sehe keinen Kampf, sondern eher ein “Kind”, das mit dem Fuß aufstampft, weil die Dinge nicht so laufen, wie gewünscht.

Das Buch hat mich zum Nachdenken gebracht über die Karrieren der Menschen, die ich meinem Leben so kennengelernt habe und viele davon sind denen, im Buch beschriebenen, sehr ähnlich. Mich selbst habe ich nicht so gefunden (hin und wieder in Ansätzen).

La Vie en Rose (La Môme) – Edith Piaf

La Vie en Rose (Originaltitel La Môme) ist ein Film über Edith Piaf, vermutlich DIE französische Chanson Sängerin. Regie führte Oliver Dahan.

Worum geht es?

Das Leben von Edith Piaf. Sie hatte irgendwie schlechte Karten im Leben

Warum habe ich den Film gesehen?

Unser Nachbar Dédé spielt abends im Restaurant seines Sohnes Saxofon. Er war früher Musiker und spielt viel von Edith Piaf. Ich kenne zwar die Lieder, aber die Texte habe ich bisher nicht wirklich verstanden (und es auch nicht versucht).

Ich war also schlicht neugierig

Was hat der Film mir gebracht?

Am Ende hatte ich Tränen in den Augen. Das ist mir schon lange nicht mehr passiert. Die Frau hatte irgendwie einen schlechten Start.

  • 1915, einige Wochen nach ihrer Geburt von ihrer Mutter verlassen
  • Bei der Großmutter aufgewachsen und fast verhungert
  • Ihr Vater brachte sie 1917 bei seiner Mutter (Sie betreibt ein Bordell) unter.
  • 1919 erkrankte sie und erblindete.
  • Nach einer Wallfahrt wurde sie wieder gesund
  • Mit zehn Jahren begann sie auf der Straße zu singen.
  • Vater war Alkoholiker
  • Als 15-jährige zog sie alleine als Straßensängerin nach Paris.
  • Louis Leplée entdeckt sie -> Künstlername „La Môme Piaf“ (Kleiner Spatz).
  • 1933 brachte sie ein Kind zur Welt. Es starb im Alter von zwei Jahren an Hirnhautentzündung.
  • Ihre große Liebe, der Boxers Marcel Cerdan, hatte 1949 einen tödlichen Unfall
  • Sie erkrankte an Arthritis und bekämpfte die Schmerzen mit starken und überdosierten Medikamenten
  • Sieben Operationen und unzählige Entziehungskuren.
  • Es wurde eine unheilbare Krebserkrankung diagnostiziert.
  • Sie starb 1963.

Naja – und nach dieser Story kommt am Ende des Films Ihr Auftritt im Pariser Olympia.

Hier der Filmausschnitt mit der Schauspielerin Marion Cotillard als Edith Piaf

Und hier – Edith Piaf live 1962 in Nimwegen

Jetzt kann ich Dédé gut verstehen und freue mich abends auf sein Saxophon 🙂

Hier ist übrigens eine deutsche Übersetzung von je ne regrette rien (Achtung – viel Werbung auf der Website).

Hiob – Joseph Roth

Hiob ist ein Roman von Joseph Roth aus dem Jahre 1930.

Worum geht es?

Es geht um einen Dorfschullehrer aus Zuchnow (damals Rußland, heute Polen). Ihn treffen jede Menge Schicksalsschläge. Er wandert mit einem Teil seiner Famile nach Amerika aus. Verliert den Glauben an seinen Gott und zum Schluß wird doch noch fast alles gut.

Warum habe ichs gelesen?

Tine hat es letztes Jahr gelesen und hat gesagt: Gutes Buch! So langsam sieht es so aus, als ob sie meinen Lesekanon vorschlägt 🙂

Was hat es mir gebracht?

  1. Es ist ein Roman und Romane lese ich selten. Dieser gefiel mir sehr gut.
  2. Die Art, wie Joseph Roth schreibt, ist faszinierend. Es sind sehr einfache, kurze, prägnante Sätze. Der Inhalt dieser Sätze ist auf das wesentliche reduziert. Das hat mir sehr gefallen.
  3. Die Story ist klasse
  4. Die Schilderung eines ganz normalen Lebens mit ganz normalen Menschen und einer ganz normalen Familie ist absolut gelungen. Diese Einfachheit hat mich ebenfalls fasziniert. Um die Geschichte herum bricht der Krieg aus und Amerika (New York) wird m.E. sehr gelungen beschrieben. Mendel Singer sagt einmal sinngemäß: “Meine Söhne sind im Krieg und ich sitze in New York und singe Psalme – das ist nicht genug – ich muß mehr tun” – aber was? Die Gedanken und Auseinandersetzungen von Mendel Singer sind absolut gut beschrieben.

Ian McEwan – Saturday

Saturday – von Ian McEwan

Worum geht es?

Ein Tag im Leben des 48 jährigen Henry Perowne. Genauer, der 15. Februar 2003.

Warum habe ich es gelesen?

Ich lerne ja langsam lesen. Mit Romanen tue ich mich allerdings schwer. Mir geht das alles immer nicht schnell genug :-). Dieses Buch hat das Prinzip wie Ulysses. Es behandelt genau einen Tag! Mit Ulysses tat ich mich vor ein paar Jahren recht schwer. Die Idee finde ich aber gut. Tine hat das Buch gelesen und sagte lapidar “Das Buch ist gut!”.

Was hat’s gebracht?

Ich möchte die Story ja nicht vorwegnehmen. Ich habe wieder ein wenig gekämpft mit dem Buch. Teilweise fand ich es zu ausschweifend erzählt, teilweise absolut spannend, erhellend, lehrreich. Ich habe mich oft wiedererkannt in den Gedanken von Henry. Ich wurde auch oft eingefangen von seinen Gedankengängen. Das ist mir bisher eher selten beim Lesen passiert.

Eben habe ich es gerade durch und bin einfach nur begeistert von den letzten 50 Seiten!

Jetzt will ich mehr von Herrn McEwan lesen 🙂