Nana – Émile Zola

Wikipedia schreibt über Émile Zola:

Zola gilt als einer der großen französischen Romanciers des 19. Jahrhunderts und als Leitfigur der gesamteuropäischen literarischen Strömung des Naturalismus. Zugleich war er ein sehr aktiver Journalist, der sich auf einer gemäßigt linken Position am politischen Leben beteiligte.

Klingt sympathisch. Nachdem ich das Buch durchgelesen hatte, kam ich mir vor, wie ein Vogel, der sich nach einer aufregenden Situation erstmal das Gefieder schüttelt.

Die Story ist einfach: Nana, ein Kind aus einem armen Hause wird eine erfolgreiche Hure im Paris der 1870er Jahre. Der wirkliche Eintritt in die “Gesellschaft” wird ihr jedoch verwehrt. Sie rächt sich auf subtile Weise indem Sie ihre Freier ruiniert., Sie “verbrennt” gewissermaßen deren Besitz im Tausch gegen Ihre Liebesdienste (In einem Fall wirft Sie Diamanten ins Feuer und zu sehen, ob sie brennen – coole Idee 🙂 ).

Was mir gefallen hat, ist der Erzählstil. Ich konnte mich gut in die Zeit versetzen und teilweise kam es mir vor als würde ich Gerüche und Geräusche wahrnehmen. Der “Hurenteil” mit sexuellen Beschreibungen ist für heutige Verhältnisse verschwindend gering und vermutlich würde das Buch für 6jährige freigegeben werden (gibt es eigentlich eine Kontrolle für Bücher?). Die Geschichte spielt zum größten Teil in Paris und weil ich zufällig in Paris war, als ich manche Kapitel las, war es schön, mal nachsehen zu können, wie es heute an den Plätzen aussieht, an denen die Handlung des Buches spielt.

Für mich am Interessantesten war die Schilderung der Organisationstrukturen der damaligen Gesellschaft und wie hoffnungslos die Bemühungen von Nana wirken in der “Gesellschaft” etwas zu gelten. Viele der dort beschriebenen Strukturen begegnen mir in der heutigen Zeit immer noch und ich bin fasziniert, wie wenig sich doch in den letzten 140 Jahren geändert hat. Das gilt für die Art Geschäfte zu machen, Kredite abzuschließen, Netzwerke zu knüpfen, politischen Einfluß zu gewinnen, ein “Star” zu werden, etc.

Während ich das Buch las, gab es um die Website der nächsten Drupal Konferenz ein große Diskussion, die mich ein wenig schmunzeln lies – Louise und das Druplicon mit Bart.

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