Tweakfest 2009 in Zürich

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Das Tweakfest wurde zum dritten Mal von der Digital Culture Association veranstaltet (tweakfest.ch).

Es dauert zwei Tage und bestand aus einer Konferenz im Technopark und einem Tag in der alten Börse mit Kunstinstallationen, Vorträgen und Live Performances. Am Konferenztag hatte ich leider keine Zeit, konnte aber die Session con Nam Do, in der mit Gedankenkraft ein Computer bedient wurde, per livestream ansehen. Das notwendige Headset zum “Gedanken lesen” kostet etwa 300 US$ (Video beim Tagesanzeiger).

Am nächsten Tag konnte ich noch für ein paar Stunden in die Alte Börse gehen und ich habe wirklich tolle Sachen gesehen.

Thema Serious Games

Ein Project das mir besonders gefallen hat, war ein ‘serious game’ von Rosario Azzarello (gamedesigner.ch). Ich mußte mir zwei Bänder, ähnlich wie beim Blutdruck messen, nur viel schmaler, um die Oberarme binden. Die beiden Bändern waren mit einem iMac verbunden. In die Hand gedrückt bekam ich einen kleinen Schaumgummiball, der ebenfalls mit derm Computer verbunden war.

Was ist der Sinn?

In verschiedenen Therapien müssen Kinder beispielsweise Ihre Arme in einem bestimmten Winkel hochheben um spezielle Muskeln zu entwickeln. Meistens ist das sehr langweilig und die Übungen werden nicht richtig ausgeführt.

In dem Spiel werden die Arme als Steuerungsgerät benutzt und man muß sie im genau definerten Winkel heben und senken, damit das Spiel funktioniert.

Die Spielidee ist einfach.

Man muß eine Zirkuskanone mit Munition laden und auf eine Zielscheibe schießen. Geschossen wird durch Druck auf den Schaumgummiball. Danach muß man neu laden und kann Munition holen, indem man mit den Rechten Arm hebt und senkt und nach rechts läuft oder die gleiche Bewegung nach links vollzieht.

Das Ganze ist in Python programmiert und macht schon einen sehr runden Eindruck.

Würfel

pic 011Ein absolut cooles Projekt besteht aus einem Würfel, der an alle Seiten mit Codes beklebt ist. Auf den Würfel ist eine Kamera gerichtet, deren Bild auf einen Beamer projiziert wird. Dort wo der Code auf dem Würfel ist, wird eine mit Blender generierte Umgebung eingeblendet in der ein Männchen steht. Wenn man den Würfel jetzt kippt so “fällt” das Männchen gewissemaßen nach vorn, hinten, links oder rechts und fängt an zu laufen. In dem Raum sind Treppen, die das Männchen benutzen kann. Wenn es am Ende einer Treppe angekommen ist, verschwindet es zu einer anderen Seite des Würfels. Man muß den Würfel dann drehen, um das Männchen wiederzufinden.

Mehr Info: [todo Link finden]

ABSOLUT KLASSE Reactable

reactableDas Projekt ist schon etwas älter (2005). Die Kernidee stammt aus Barcelona. Es ist ein Glastisch, in dem unten ein Beamer drin ist, der ein Bild unter die Glasplatte projiziert. Eine ebenfalls vorhandene Kamera erkennt Gegenstände, die auf dem Tisch liegen (über Fiucials) oder Finger, die etwas tun. Es gab drei Anwendungsbeispiele: Als Musikinstrument Als Oberfläche um sich ein Versicherungspaket zusammenzustellen. Als Archiv von Bildern, Texten und Videos in einer Baumstruktur. So kompliziert ist scheint die Programmierung gar nicht zu sein. Man benötigt die reactable Library und kann wohl dort über Flash/Actionscript draufzugreifen. In einem Vortrag von [todo Name] Geier stellte er eine kommerzielle Version des Tisches vor, die wohl im Sommer für etwa 12.000 Euro auf den Markt kommen wird.

Open Source Movie

pic 017 Ein weiterer Vortrag war von [todo Name] stellte ein Projekt vor, das Open Source Filme dreht. So unglaublich das klingt, es scheint zu funktionieren. 2005 haben sie den ersten Film fertg bekommen und alles vorhandene Material freigegeben. Der Name des Films ist: Route 66. Man kann sich den Film kostenlos downloaden und ansehen, man kann auch auf der Website spenden.Der zweite Film wird im Laufe des Jahres fertig werden und heißt The last drug.

Interface Culture

Die Universität Linz bietet einen Studiengang Interface Cultur an. Die Professorin Christa Sommerer stellte den Studiengang und ihre eigene Geschichte vor. Seit 1992 macht sie Video Installationskunst und es ist einfach beeindruckend zu sehen. Mehr von ihr findet man auf der Website (http://www.interface.ufg.ac.at/christa-laurent/).

Live Performance

pic 024Den Abschluß bildete eine Live Performance der Société Suisse d’Art Méchatronique. Ja, was soll ich dazu sagen. Es war irgendwie cool, superlustig und in meinem Augen eine bessere Werbung für die Schule als jeder Flyer oder jede Anzeige.

Die paar Stunden Tweakfest, die ich erleben durfte waren absolut klasse und ich hoffe, das ich nächsten Jahr beide Tage dabeisein kann.

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