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Ein 10 Jahre altes Interview mit Yusuf Islam

Ich bin ueber dieses Interview “gestolpert” als ich den Wikipedia Eintrag ueber Cat Stevens gelesen habe. Es ist nur ueber Archive.org erreichbar und entsprechend schwer auf dem Telefon zu lesen. Hier ist es etwas lesbarer und hier war mal der Originaltext http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/553/32521/

Alexander Gorkow interviewt Yusuf Islam (29/30.5.2004)

Yusuf Islams Management lässt vorab ausrichten: Der Mann, der mal Cat Stevens war, wird bittedanke nur Fragen zur aktuellen DVD beantworten. Die DVD zeigt wiederum ein schönes Konzert von Cat Stevens aus dem Jahre 1976. Das Management Yusuf Islams teilt ferner mit: Keine Fragen zur Religion, keine Fragen zur Politik, keine Fragen zu Yusuf Islams angeblicher Gutheißung der Fatwa gegen Salman Rushdie. Das „Charlotte Street Hotel“ liegt im Londoner Westend. Hier um die Ecke hat schon der kleine Cat Stevens im Restaurant der Eltern gekellnert. Es war ein griechisches Lokal, und wie alle griechischen Lokale hieß es „Moulin Rouge“. Yusuf Islam wird nur wenige Interviews geben. Aus drei Ländern kommt jeweils exakt ein Journalist zu einer einstündigen Audienz nach London. Yusuf Islam ist dann kein Gesprächspartner im eigentlichen Sinne. Sondern eine Erscheinung. Ein allerliebst Erleuchteter. Freundlich, grundsätzlich, und immer aber auch mit einem britischen Mundwerk ausgestattet, das ihm schon als Kind diente, sich und die harte Welt nicht nur ernst zu nehmen. Übrigens hat auch er ein Aufnahmegerät dabei und lässt es mitlaufen. Nie mehr wird ein Journalist ihn ungestraft falsch zitieren. Das Foto entstand während unseres Interviews im wirklich sehr schönen „Charlotte Street Hotel“. Draußen im Foyer saß derweil der ehemalige Led-Zeppelin-Sänger Robert Plant und pfiff jungen Frauen hinterher.
Es kann so oder so kommen, wenn man mal ganz, ganz groß war in den 70ern.

SZaW: Entschuldigen Sie bitte, aber ich bin auf dem Weg hierher etwas nervös geworden. Plötzlich überlegte ich, wie man Sie korrekt anspricht. Cat? Mister Stevens? Mister Islam? Oder ist Islam mehr so ein Künstlername . . .

Yusuf Islam: Yusuf! Mein Name ist einfach nur Yusuf. Sie dürfen mich Yusuf nennen.

SZaW: Okay, Yusuf. Wir haben immer ein Thema, ein Wort, über das wir reden.

Yusuf Islam: Das gefällt mir, das ist okay.

SZaW: Ich möchte mich mit Ihnen über das Licht unterhalten.

Yusuf Islam: Licht.

SZaW: Ja, denkt man an Ihre Musik, denkt man an eine überschaubarere, vielleicht hellere Welt. Sicher ein Trugschluss . . .

Yusuf Islam: Nein, nein, Licht ist gut. Reden wir über das Licht. Ohne Licht keine Hoffnung.

SZaW: Auf der jetzt veröffentlichten DVD „Majikat“ – einer Aufzeichnung Ihrer letzten Tournee von 1976 – wirken Sie idealistisch, schön, strahlend. Wie sind Ihre Erinnerungen an diese Zeit?

Yusuf Islam: Die 70er waren ein wenig so, ja. Recht erleuchtet. In den 60ern haben wir die Farbe Grau, die bis dahin alles beeinflusst hatte – die Mode, die Musik –, wir haben diese Farbe mehr oder weniger abgeschafft. Sicher haben wir in den 70ern dann die Früchte geerntet. Und wir hatten ein strahlendes Verhältnis zum Licht, zur Natur! Die Natur war stets etwas, sagen wir: wundervolles für uns.

SZaW: Wieso lächeln Sie?

Yusuf Islam: Lassen Sie mich so sagen: Was wir nicht wahrhaben wollten, war natürlich, dass die Katze die Maus frisst, der Hund frisst die Katze, selbst die lieben Vögel fressen immerhin noch die lieben Insekten. Man könnte sagen: Insgesamt war die Realität der Natur leider nicht ausschließlich so, wie wir sie haben wollten.

SZaW: War man damals ein wenig . . .

Yusuf Islam: Naiv?

SZaW: Ja, oder auch ganz schlimm verkitscht?

Yusuf Islam: Naiv würde ich sagen. Das trifft es. Und natürlich recht kommunistisch.

SZaW: Kommunistisch?

Yusuf Islam: Ja, insgesamt waren wir sogar sehr kommunistisch. Sie verstehen?

SZaW: Im streng politischen Sinne?

Yusuf Islam: Eher im weltanschaulichen Sinne. Jeder sollte gleich mit dem anderen sein, es sollte keine Unterschiede mehr geben, jedem sollte alles und nichts gehören. Alle waren gleich. Und alles war gleich. Mir fällt gerade ein: Ich schrieb damals einen Song, der Titel war „Into White“.

SZaW: Worum ging es in dem Lied?

Yusuf Islam: Dass alles, dass vor allem alle, alle, alle Farben am Ende in einem großen Weiß zusammenlaufen.

SZaW: Die Einswerdung aller Farben?

Yusuf Islam: Ja. Sonderbar, oder?

SZaW: Nein, sehr schön.

Yusuf Islam: Die Farben gehen sozusagen auf im einen großen Weißen. Darum ging es in dem Song. Ja. Nun ja.

SZaW: Könnte man sagen, ohne dass ich das jetzt negativ meine, dass auch Sie persönlich etwas naiv waren?

Yusuf Islam: Man könnte sogar sagen, dass ich der König aller Naiven war, mein Lieber!

SZaW: Verstehe.

Yusuf Islam: Was nicht heißt, dass ich mich dafür schäme. Sonst würde ich jetzt diese DVD nicht veröffentlichen. Wir waren wirklich ein wenig wie erleuchtete Kinder. Sehr pur einerseits. Sehr verwirrt andererseits. Keine Frage.

SZaW: Sie erscheinen auf der DVD so rein, irgendwie so unschuldig – ich meine jetzt nicht im sexuellen Sinne.

Yusuf Islam: Schon klar.

SZaW: Sie sahen zum Beispiel nicht aus wie jemand, der harte Drogen nimmt.

Yusuf Islam: Ich hatte vor harten Drogen – und dem ganzen anhängenden Markt – eine erhebliche Paranoia. Ich meine, wir haben damals alle unsere Erfahrungen mit Drogen gemacht, es waren ja die 60er, nicht wahr, hehe! Aber: Mich machten Drogen lethargisch, nicht kreativ. Drogen sind so. Sie machen dich zufrieden, obwohl du keinen Grund dazu hast, zufrieden zu sein. Ich wollte immer weiter kommen. Ich habe Drogen dabei als etwas wahrgenommen, das mich davon abhält, weiter zu kommen. Das Timothy-Leary-Prinzip lautete ja, wo wir gerade über Licht reden: Aufhellung durch Drogen. Nun, ich empfand Drogen aber nicht als aufhellend. Sondern als isolierend, als verdunkelnd. Also habe ich es gelassen.

SZaW: Dann sind Sie ab 1977 nicht im klassischen Sinne weitergekommen, sondern ausgestiegen. Sie lasen den Koran, den Sie von Ihrem Bruder David gereicht bekamen – und dann waren Sie plötzlich für den Pop verloren.

Yusuf Islam: Was heißt: nicht weitergekommen?

SZaW: Nun, so sah es aus. Die Musik verlor einen ihrer beliebtesten Helden. Ihre Songs kennt heute noch jedes Kind.

Yusuf Islam: Eben, diese Lieder gehen ja nicht verloren, sie werden immer wieder neu interpretiert. Aber: Ich hatte das alles, verstehen Sie? Ich hatte das alles, alles, alles. Ich kannte das. Es war in Ordnung.

SZaW: Sie waren auf der Suche.

Yusuf Islam: Das ist richtig.

SZaW: Als Sie aufhörten, kam Punkrock gerade groß raus. Sie hätten Punkrocker werden können, eine neue Welt entdecken.

Yusuf Islam: Nun . . .

SZaW: War nicht so ernst gemeint.

Yusuf Islam: Das ist schon okay. Ich hielt Punkrock Ende der 70er übrigens für eine wundervolle Sache. Das Problem war: Er ging nirgendwo hin. Er haute alles kaputt. So weit, so gut. Dann aber ging er nirgendwo hin. Und letztlich war er auch nur the same business I already had.

SZaW: Sagen Sie mir, wieso Sie am Zenith Ihrer Popularität ausgestiegen sind? Viele Menschen mutmaßen bis heute, Sie seien verrückt geworden. Zumal Sie sich bis jetzt mehr oder weniger komplett weigerten, die Medien zu bedienen.

Yusuf Islam: Nun, das ist so gar nicht mysteriös. Ich entdeckte eine neue Welt, und diese neue Welt war interessant genug, der alten Welt den Rücken zuzukehren.

SZaW: Können wir uns kurz auch über diese neue Welt unterhalten?

Yusuf Islam: Naja, schauen Sie: ,Nicht weitergekommen’ ist eine Kategorie, die jene Leute vergeben, die ,das Weiterkommen’ anders definieren als ich. Ich entdeckte, dass es eine Kraft gibt, die alles zusammenhält. Dass es einen Grund für alles gibt. Der Grund war Gott. Allah.

SZaW: Hat Sie die perplexe Reaktion der Öffentlichkeit erstaunt?

Yusuf Islam: Ja, ich war überrascht.

SZaW: Nun, Sie waren extrem populär. Sie hatten viele Spuren hinterlassen.

Yusuf Islam: Ja, aber ein Job sollte nicht nur dazu da sein, Spuren zu hinterlassen. Es sind schöne Spuren, aber das kann nicht alles sein. Man sollte dahin gehen, wohin man gehen will. Und nicht auf die Spuren achten, die man hinterlässt. Also bin ich gegangen. Dies auch nochmal zum Weiterkommen, von dem Sie sprachen: Wenn Sie Gott entdecken, wenn Sie sehen, dass es den Schöpfer gibt, dass Sie seinetwegen da sind, dann ist das eine Erkenntnis, die Sie weiterbringt. Es ist am Ende übrigens sogar eine rationalere Entscheidung, als Sie annehmen mögen.

SZaW: Sie haben auch etwas verloren: Ruhm.

Yusuf Islam: Well, fame really never left me. Als ich mein Hilfsprojekt im Kosovo startete, sind die Leute dort in den Dörfern ausgeflippt, als sie hörten, dass ich der bin, der mal Cat Stevens war. Sie kreischten, verstehen Sie? In den Dörfern des Kosovo! Das war seltsam. Das war wirklich ernsthaft seltsam für mich.

SZaW: Andererseits hörte man von Ihnen nie die alte Klage, dass das Pop-Geschäft Sie ruiniert oder auch nur belastet habe. Sie klangen nie frustriert – wie so viele Ihrer alten, ausgebrannten Kollegen.

Yusuf Islam: Das Pop-Geschäft hat mich nicht ruiniert. Es war eine gute Zeit. Ich meine, die Leute ins Dunkle zu sperren und sie für ein paar Stunden auf das Licht der Bühne gucken zu lassen, das ist das ganze Showbizz, that’s all, nicht mehr, nicht weniger. Wenn sich Leute darüber aufregten oder Musiker in einem Selbstfindungsprozess darüber verzweifelten, sagte ich immer: Hey, relax, es ist nichts Falsches daran, dass sich Menschen bei einem Popkonzert mental ein wenig entspannen. Es ist auch nichts Falsches daran, der Mann zu sein, der vorne im Licht steht und für diese Entspannung sorgt. Es hat nur nichts mit dem zu tun, was wir das Leben nennen. Was mich anging, sagte ich mir: Nun sollte es bitte jemand anderes machen.

SZaW: 1977 wären Sie vor Malibu fast ertrunken. Anschließend bezeichneten Sie es als Gottesfügung, dass eine Welle Sie wieder Richtung Land schob. Was, wenn Sie einfach Glück hatten?

Yusuf Islam: Ah, die alte Frage.

SZaW: Ich weiß nicht, ob ich Gott gedankt hätte. Ich bin mir da schrecklich unsicher.

Yusuf Islam: Wissen Sie was? Sie werden niemals einen Atheisten auf einem sinkenden Schiff finden. Wirklich nicht. Es sei denn, es befindet sich der eine oder andere Narr auf diesem Schiff.

SZaW: Was, wenn die Welle trotz Ihrer Gebete eine Glückswelle war?

Yusuf Islam: Nein, hören Sie, ich wäre wirklich ein verdammter Narr gewesen damals, wenn ich gedacht hätte, ich könnte den Ozean besiegen, die Situation war absolut ausweglos, glauben Sie mir.

SZaW: Sie baten Gott um Hilfe. In der Not . . .

Yusuf Islam: Ja, in der Not fangen die Leute an, zu glauben. Es gibt – wenn die Not nicht so groß ist – die Angewohnheit, immer alles dem Schicksal zuzuschreiben, oder dem Glück, oder dem Pech. Ich glaube aber nicht daran, dass alles aus dem Nichts kommt, dass alles ohne Grund da ist. Es gibt einen Plan. Und der Plan lautet: Barmherzigkeit. Ich habe es erfahren.

SZaW: In der Not fangen die Leute an, zu glauben, aber wenn ein Kind geboren wird, neigt man da nicht zu: Schaut mal, das habe ich gemacht!

Yusuf Islam: Oh, falls es Ihnen so erging. Haben Sie Kinder?

SZaW: Ja.

Yusuf Islam: Also, als meine Kinder geboren wurden – und ich habe ja nun fünf inzwischen – stand ich da und rief: Was ist das denn?

SZaW: Sie haben die Kinder doch gemacht. Zum Beispiel Ihren schönen Sohn Mohammed, der eben in seinem irdischen Paul-Smith-Cordanzug hier im Zimmer stand und sehr exakt so aussieht wie Sie vor 30 Jahren.

Yusuf Islam: Ich bitte Sie! Der Zeugungsakt war nichts im Vergleich zu dem, was da herauskam. Ein ganzer Mensch. Ein Charakter. Fertig ausgebildete Gliedmaßen. Jahre später laufen diese Kinder meilenweit herum und halten kluge Vorträge. Als wäre nichts gewesen. Nun lachen Sie. Aber so ist es doch.

SZaW: Ja, vielleicht. Aber Sie lachen auch.

Yusuf Islam: Ja, hey, ich meine: Kinder sind Wunderwerke. Menschen sind Wunderwerke. Entschuldigen Sie, aber: Da gehört mehr dazu als ein Mann und eine Frau, die miteinander schlafen.

SZaW: Yusuf, so wie Sie könnte auch ein gläubiger Christ reden, Sie aber zog es zum Koran. Warum wurden Sie Moslem?

Yusuf Islam: Ich glaube, der Koran ist die Göttliche Schrift, der Islam ist die Göttliche Religion. Nichts hier ist interpretiert oder umgeschrieben worden. Alles ist original und einmal aufgeschrieben. Ich wurde auch nicht gedrängt, den Koran zu lesen. Ich tat es einfach. Und ich fand in der Schrift Antworten zu meinen Fragen. Ganz einfach. Wir werden hier nicht in die Einzelheiten gehen können, aber ich kann Ihnen versichern: Diese Schrift ist faszinierend. Und wenn Sie sie lesen, werden Sie sehen: Sie spendet Licht, keine Dunkelheit. Und sie ist sehr friedlich.

SZaW: Wir sitzen hier in London, in einer Kapitale des westlichen Lebensstils, auch in einer Kapitale des so genannten Kriegs gegen den Terrorismus. Die Leute hier rechnen mit einem Anschlag . . .

Yusuf Islam:. . . hören Sie . . .

SZaW:. . . in der Stadt, die ja auch Ihre Stadt ist! Hier sind Sie aufgewachsen, hier leben Sie bis heute . . .

Yusuf Islam:. . . hören Sie: Der Islam ist die Göttliche Religion, und ich kann Ihnen versichern, dass ich froh bin, diese Religion für mich entdeckt zu haben, sehr lange bevor sie in die Schlagzeilen geriet. Die wahre Religiosität – und je nach Glaubenslage nicht nur der Islam – führt uns zum Licht, zur Liebe und zur Hoffnung.

SZaW: Die Religion – und offenbar auch der Koran – führt auch zu Hass.

Yusuf Islam: Nein. Lasten Sie nicht dem Koran oder dem Islam ein Vergehen an, das sich aus Politik und Rassismus speist. Menschen, die wahrhaft spirituell sind, hassen nicht. Sondern sie lieben. Die Menschen, die hassen, wollen Kontrolle haben über andere. Glauben Sie mir, dass dies mit der Schrift des Koran nichts zu tun hat, aber dafür mit: Politik. Auch Moses führte die Leute nicht ins Verderben, sondern zum Licht.

SZaW: Was finde ich, wenn ich den Koran lese?

Yusuf Islam: In aller Kürze: Sie finden dort sich selbst. Der Koran wendet sich – und das macht ihn so faszinierend – direkt an Sie, vollkommen unabhängig von Ihrem Stand, Ihrer, sagen wir, Stammeszugehörigkeit, Ihren Interessen oder sonst was.

SZaW: Woher kommt das dunkle Image des Islams, die verhüllten Frauen, das mittelalterlich Anmutende . . . das alles ist doch keine reine Medienprojektion.

Yusuf Islam: Schauen Sie, es ist eine Frage der Auslegung. Und es ist immer eine Frage, was Menschen daraus machen. Natürlich entwickeln sich Länder anders als andere Länder, aus wirtschaftlichen Gründen, auch aus Gründen der Trennung von Religion und Staat und so weiter. Die Verhüllung der Frauen in den muslimischen Ländern war ursprünglich mal, und sie ist es im Kern immer noch, ein Signal der Bescheidenheit, der Zurückhaltung – nicht der Unterdrückung! Kennen Sie ein Bild der nackten Jungfrau Maria? Sie werden es nicht finden. Ich finde, man sollte das nicht jedem Katholiken als Unterdrückung der Frau auslegen. Ich meine: Bezweifle ich, dass es Moslems gibt, die zu weit gehen? Nein, das bezweifle ich nicht. Aber ist es nur ein Problem des Islams? Noch einmal: Wahrhaft spirituelle Menschen spenden Licht und Hoffnung, sie spenden Barmherzigkeit.

SZaW: Sehen Sie heute mehr Licht als in den 70ern, als Sie so erleuchtet wirkten?

Yusuf Islam: Definitiv. Ich war damals sicher ein eher haltloser Mensch. Als ich die DVD mit dem Konzert von 1976 jetzt wieder sah, dachte ich: Was für tolle Musik wir gemacht haben! Aber: Hören Sie sich mal das haltlose Gerede des Cat Stevens von 1976 an. Zwischen den Liedern. Was habe ich da geredet? Ein orientierungsloser kleiner Junge.

SZaW: Sie haben also inzwischen mehr Weisheit angesammelt.

Yusuf Islam: Ich habe mehr Wissen angesammelt. Was ist Licht? Licht ist eine Metapher für Bildung. Ich glaube, dass es heutzutage kein interessanteres Thema gibt als die Bildung, als die Frage: Wie erziehen wir unsere Kinder? Welche Werte vermitteln wir Ihnen? Im Englischen gibt es den Begriff vom bright child . . .

SZaW:. . . ein Kind, dem ein Licht . . .

Yusuf Islam:…ja, einem strahlenden, erleuchteten Kind. Es macht pling. Verstehen Sie? Die Bildung ist das höchste Gut, das wir unseren Kindern bieten können.

SZaW: Eine Frage, von der ich weiß, dass Sie sie nicht beantworten wollen. Vor einigen Jahren wurden Sie in den Medien weltweit sehr hart attackiert. Man unterstellte Ihnen , Sie hätten . . .

Yusuf Islam:. . . mmh . . .

SZaW:. . . Sie hätten die Fatwa gegen Salman Rushdie unterstützt. Was, wenn Sie nun die Gelegenheit nutzen . . .

Yusuf Islam:. . . lassen Sie mich dazu nur eines und das ganz, ganz ehrlich sagen: Ich habe die Fatwa nie unterstützt. Nie! Es war ein Missverständnis vom ersten Moment an. Es ist mir von einem englischen Journalisten, dem ich etwas erklärt habe, eine sehr böse Falle gestellt worden. Ich habe anschließend versucht, das aufzuklären, aber das Ding war in der Welt. Da ist es bis heute. Nochmal: Ich habe niemals die Fatwa unterstützt. Punkt. Mehr nicht dazu. Okay?

SZaW: Okay.

Yusuf Islam: Schauen Sie, ich glaube nicht an Huntingtons Clash of Civilizations. Ich glaube an Civilization. An die Menschlichkeit. Es gibt die Zivilisationen nicht. Es gibt nur die Zivilisation. Es ist eine Entwicklung. Ein Prozess.

SZaW: Wird es nochmal eine Tour von Ihnen geben? Richtige Konzerte, mit den alten Liedern? Und ein paar neuen? Sie könnten die notleidende Konzertveranstalterbranche sanieren!

Yusuf Islam: Ich habe eine total dickköpfige Frau.

SZaW: Die will das nicht.

Yusuf Islam: Die will das nicht.

SZaW: Also nicht.

Yusuf Islam: Wobei – wie oft sagen wir, das und das gibt’s nie mehr, plötzlich ändert sich alles, und schon gibt’s das und das doch wieder. Im Moment ist eine Tour nicht geplant. Aber wer weiß, eines Tages . . .

SZaW: Yusuf, letzte Frage, da wir Schluss machen müssen. Wenn ich jetzt gleich heim fliege: Ist Allah dann mit mir?

Yusuf Islam: Mmh.

SZaW: Inzwischen wissen Sie ja, dass ich mir noch nicht sicher bin, ob ich an ihn glauben soll. Ist er trotzdem bei mir?

Mmh.

SZaW: Oder nicht?

Yusuf Islam: Also, wenn Ihnen auf Ihrem Weg zurück nach München irgendwas überraschendes auffällt, womöglich nur eine Kleinigkeit, mit der Sie nicht gerechnet haben . . .

SZaW: Ja?

Yusuf Islam: . . . dann sollten Sie mal an ihn denken!

Yusuf Islam, 56, verabschiedete sich am 23.Dezember 1977 von seinem Künstlernamen Cat Stevens und konvertierte zum Islam. Der von Fans und Kritikern über die Maßen gefeierte Songwriter Cat Stevens, der mit Hits wie „Moonshadow“, „Father and Son“, „Morning has broken“ und „Lady D’Arbanville“ mehr als 50 Millionen Platten verkauft hatte, war danach Geschichte.

Yusuf Islam verschrieb sich dem Koran und Hilfsprojekten unter dem Dach der Vereinten Nationen, die er – im Kosovo, im Irak, aber auch in seiner Heimatstadt London – mit viel Geld und Tatkraft unterstützt. 2003 wurde er mit dem World Social Award ausgezeichnet.

Die DVD „Majikat“, die seine legendäre und letzte Tour als Cat Stevens im Jahre 1976 dokumentiert, ist soeben bei „Eagle Vision“ erschienen. Ein Großteil der Einnahmen aus dem Verkauf der DVD will Yusuf Islam für seine Hilfsprojekte verwenden.

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Deutsch Irak Journalism Politics

Das “Kalifat” schrumpft

… habe ich gerade auf Spiegel-Online gelesen (Erfolge gegen den “Islamischen Staat”: Das “Kalifat” schrumpft).

Im Artikel bezieht sich die Autorin Raniah Salloum auf

  • Matthew Olsen, Ex-Leiter der Anti-Terror-Zentrale der amerikanischen Geheimdienste,
  • Ex-General John Allen, Koordinator des internationalen Bündnisses
  • Die Risiko-Analyse-Firma The Soufan Group

Mal kurz nachgeschaut, wer das eigentlich ist …

Matthew Olsen

scheint immer noch General Counsel bei der NSA (Chief Legal Adviser/Hauptrechtsberater) zu sein (Quelle Wikipedia und Newsweek).

One of the most powerful, but least visible, legal jobs in the federal government is the post of general counsel—chief lawyer—at the National Security Agency. The ultrasecret agency, based in a huge complex at Fort Meade, Md., uses some of the world’s most powerful computer systems in a global electronic-eavesdropping network that civil-liberties advocates call the closest thing the U.S. government has to Orwell’s Big Brother.

John Allen

John Allen (in Rente) ist der “Special Presidential Envoy for the Global Coalition against ISIL”

“What we’re facing in northern Iraq is only partly a crisis about Iraq,” he added. “It is about the region and potentially the world as we know it.”

aus Retired Gen. John R. Allen in Line to Lead Effort vs. ISIS vom 9.11.2014

Ali Soufan

Ist ein ehemaliger FBI Agent und heute der CEO der Soufan Group.

Ali Soufan
Ali Soufan, Ceo der Soufan Group (Bild Wikipedia http://en.wikipedia.org/wiki/Ali_Soufan)

Das steht auf der soufangroup.com About Seite

The Soufan Group provides strategic security intelligence services to governments and multinational organizations. Our training programs, security services, and research insights arm our clients with the essential knowledge and skills to prepare for, manage and respond to constantly evolving security needs.

In diesem Video erklärt er, dass es darum geht einen “Counter Narrative” zu finden …

 

Diese drei Personen sind die einzigen genannten Quellen in dem Artikel, auf die sich die Autorin bezieht.

Soll sie dem deutschsprachigen Publikum das “Counter Narrativ” beibringen, von dem Ali Soufan im Video erzählt?

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Art Light Newspaper Switzerland

Tourismus, Social Media und Kunst in Chur

Als ich durch Chur ging, fiel mir in einem Fenster ein flackerndes Licht auf. Es war eine animierte Figur, die irgendwie auf das Fenster projiziert wurde. Ich tweetete diese Frage …

… und erhielt nach 50 Minuten (!) eine Antwort vom Twitter User @Churtourismus.

Auf ortung.gr ist das Projekt beschrieben. Es geht um

Die professionelle Förderung und die nachhaltige Vermittlung von Kunst im öffentlichen Raum Chur: Das sind die Anliegen der Vereins ART-PUBLIC Chur, der im Jahr 2011 gegründet wurde und 2012 mit dem Kunstprojekt «Säen, ernten, glücklich sein» den Churer Fontanapark zu einer Begegnungs- und Erfahrungsstätte von Mensch, Raum, Natur und Kunst machte.

Das mehrmonatige Kunstprojekt «Ortung.» bringt von Mai bis Dezember 2014 fortlaufend neue Positionen der Gegenwartskunst in den öffentlichen Raum von Chur ein. Der Kalender … zeigt, wann welche Ausstellungen und Interventionen in (Schau)Fenstern, Vitrinen, auf Plakatstellen/Billboards und in der Tageszeitung «Die Südostschweiz» stattfinden. Wo die Interventionen im öffentlichen Raum zu finden sind, zeigt [eine] Karte.

Die Website ortung.gr ist ein wenig unübersichtlich, aber ich habe dann doch die Animation gefunden. Sie ist ein Werk von Gabriela Gerber & Lukas Bardill (http://www.bardillgerber.ch/) und heisst BOHRLOCH

… GABRIELA GERBER & LUKAS BARDILL, «BOHRLOCH», 2014
Videoinstallation (50mm Stahlrohr, Rundprofi l, Monitor, Zuspieler Video, Zeichentrickfi lm, HD, Loop, s/w, ohne Ton)
4. Oktober bis 30. November 2014, Passerelle Arcas 25
Unaufhörlich bohrt die Zeichentrickfi gur. Sie dreht und dreht an der Querstange, schaut ab und zu ins Bohrloch, als wolle sie die Tiefe ergründen, – und bohrt anschliessend unermüdlich weiter. Die Intervention «Bohrloch» stammt vom Künstlerduo Gabriela Gerber und Lukas Bardill. Im Rahmen des Projekts Ortung setzten sich die beiden mit der Frage nach dem idealen Ort im öffentlichen Raum auseinander. Müssten sie diesen Ort als geometrische Grösse definieren, so wäre für sie der
Punkt die Antwort. Auf der Suche nach genau diesem idealen Punkt im verdichteten Zentrum von Chur wurden sie am westlichen Ende des Arcas-Platzes fündig . Der Platz verengt sich dort zu einem schmalen Durchgang , über welchem sich eine gedeckte Passerelle beugt. Bei dieser Passerelle defi nieren Gerber und Bardill den idealen geometrischen Ort: Ein Punkt mit der kleinsten Ausdehnung im Platz, aber mit der grössten Konzentration …

Ich bin tief beeindruckt vom Werk als solchen, der öffentlichen Präsentation, sowie der Interaktivität des Ganzen!

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Cars Ferrari Italy Maserati Modena

Museo Enzo Ferrari

Why Ferrari?
I know the name Ferrari since I was a child. Ferrari meant for me red painted racing cars. On the road (in Lower Saxony, Germany in the 70ties) I have never seen such a car. The first Ferrari I saw live was a Testarossa. I was in the red light district of Braunschweig while I was working as a taxi driver :)
I’ve heard sometimes of Enzo Ferrari, but was not really interested in his story and the history of the cars.

It was the first time that I went to a “real” car museum and the visit wasn’t planned. We came for the Balsamico and I just rembered that Modena was the hometown of Enzo Ferrari.

The company Ferrari runs two museums in Italy, the “Museo Enzo Ferrari” in Modena and the “Museo Ferrari” in Maranello. The Museum in Modena consists of the workshop of Alfredo Ferrari and a new futuristic hall with changing exhibitions. Enzo sold this workshop to have enough money to start the Ferrari company in Maranello.

The Workshop

There is a space in which Enzo Ferrari’s story is told as an animated comic strip, another room with his office and a hall full of unique Ferrari cars and engines. The most impressive piece for me was the first Ferrari (125 S). It was produced in 1947 and only two examples were built!
The car and of course the engine (V12) are pieces of art!

Ferrari S 125
Ferrari S 125
Ferrari 125S

The newest model in the room is the Ferrari Enzo. It was build 399 times between 2002 and 2004.

Ferrari Enzo
Ferrari Enzo

The engines in the background are made by hand and they really look like sculptures.

The futuristic Hall

I didn’t know, that Ferrari built wooden(!) speed boats too.
Ferrari Speed Boat
Ferrari Speed Boat

In the futuristic yellow exhibition area was a Maserati exhibition and I was blown away by the elegance of these cars!

Maserati
1957 Maserati A6G 2000 Gran Sport

Maserati
Maserati 300S race car

Maserati
Maserati
Maserati A6 Zagato

Maserati 150 GT Spider Fantuzzi
1957 Maserati 150 GT Spider Fantuzi

More photos (Flickr set)

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In meinem Kalender ist wieder Platz und ich werde kein #burgenblogger

Heute mittag erreichte mich ein Anruf von Rainer Zeimentz, in dem er mir die Nachricht übermittelte, dass ich nicht der “Burgenblogger” werde. Er bedankte sich für mein Engagement, lud mich zu einem Burgenbloggertreffen im nächsten Jahr ein und fragte nach meiner Kontonummer für die 100 € Reisekostenpauschale.

Seit ich am 13. August 2014 meinen Bewerbungs-Blogeintrag abschickte, hatte ich täglich mit diesem Projekt zu tun. Jetzt hat die Jury entschieden, dass wir nicht zusammenpassen.

Dann werde ich die burgenblogger.org Site mal abschalten und den Burgenbot in den Ruhestand schicken. Offen ist noch der Inhalt des Briefes von Jürgen Rinck (siehe auch Chonik einer Burgenblogger Bewerbung). Hier ist das Öffnungsvideo.

Ich wünsche dem Burgenblogger oder der Burgenbloggerin, der/die morgen offiziell in der Rheinzeitung verkündet wird, alles Gute.

Update

Ich habe in den letzten Stunden sehr viel positives Feedback über meine Arbeit erhalten – dafür vielen Dank. Ein wiederkehrender Punkt darin war der Wunsch, die Inhalte der burgenblogger.org Site doch online stehen zu lassen und der Vorwurf ich solle doch kein schlechter Verlierer sein.
Dazu folgender Hinweis: Alle online Aktivitäten vom “Burgenbot” und in meinem Namen waren Teil meiner Bewerbung und sollten meine Idee eines “sich aus sich selbst heraus” entwickelnden Systems darstellen, dass zu einer besseren Vernetzung und Identitätsfindung der Region hätte führen können (siehe auch mein Plan).
Nach der Entscheidung für eine andere Person halte ich es für zwingend notwendig, die Online-Aktivitäten einzustellen um dem neuen Burgenblogger nicht im Wege zu stehen.
Die initial öffentlichen Bewerbungen hatte ich bereits in einem eBook zusammengefasst, das weiterhin downloadbar ist.

Burgenblogger im Mittelrheintal – Die Bewerber
Format DIN A4 – 250 Seiten

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Plan

#Burgenblogger – Mein Plan

Wenn du die richtige Einstellung hast, werden dich interessante Probleme finden. Ich fange an, etwas Einfaches zu bauen und zeige es vielen Menschen. Ich höre zu, was sie dazu sagen.
Ich spreche mit Leuten meines Vertrauens, baue weiter und ermutige dadurch andere Menschen, auch aktiv zu werden.

Mittlerweile funktionieren die meisten Projekte, an denen ich teilnehme, nach diesem einfachen Prinzip. Damit die Projekte erfolgreich verlaufen, benötige ich Menschen, zu denen ich Vertrauen habe.

Als ich mich am 13.08.2014 als Burgenblogger bewarb, fand ich die Idee des Projektes einfach gut. Ich dachte:

“Entweder sind sie so verzweifelt in diesem Mittelrheintal, dass sie nach jedem Strohhalm greifen oder unsere Prinzipien ähneln sich.”

How Spotify builds a productsDie Slide, wie Spotify ein Produkt baut, bringt das Prinzip auf den Punkt. Ein wenig ausführlicher können Sie es hier und hier lesen. Ich übersetze mal die Kernpunkte, die ursprünglich aus der Welt der Softwareentwicklung stammen, ins “Burgenbloggerische”

  • Jedes gute Projekt wird von jemandem gestartet, der ein persönliches Problem lösen will.
  • Gute Leute wissen, was sie schreiben müssen. Brillante Leute wissen, was sie neuschreiben müssen und was sie wiederverwenden können.
  • Plane dein Projekt, aber stelle dich auf permante Änderungen ein und darauf, Ideen zu verwerfen.
  •  Wenn du das Interesse am Projekt verlierst, ist es deine Pflicht, deinen Teil einem kompetenten Nachfolger zu übergeben.
  • Wenn du deine Leser als gleichberechtigte Teilnehmer betrachtest, ist dies der einfachste Weg zu schneller Verbesserung.
  • Fast so gut wie eigene gute Ideen zu haben, ist es, gute Ideen von anderen zu erkennen. Manchmal ist letzteres besser. Meist entstehen die brillanten Lösungen aus der Erkenntnis, dass das Problem falsch verstanden wurde.
  • Gute Strukturen und einfache Umsetzung funktioniert viel besser, als die Anwendung komplexer Lösungen auf einfache Strukturen.
  • Perfektion ist nicht erreicht, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern wenn nichts mehr entfernt werden kann.
  • Jedes Projekt sollte die gesetzten Erwartungen erfüllen. Aber ein wirklich gutes Projekt führt zu Entwicklungen, an die du niemals gedacht hättest.
  • Mit genügend guter Kommunikation, wie über das Internet, und Führung ohne einschränkende Zwänge arbeiten Viele besser zusammen als Einer.

Ein Monat in #burgenbloggershausen

Um bei dem Bild von Spotify zu bleiben, bestand mein Plan am 13.08.2104 aus dem Äquivalent des einfachen Skateboards (1). Heute, einen Monat später, sind wir etwa bei Schritt 2 angekommen, einem Roller (siehe Grafik, linke, untere Seite). Ob es bei Schritt 5 aufhört oder weitergeht, liegt an uns allen.

burgenblogger.org

Auf burgenblogger.org habe ich am 17. August angefangen, die Einträge aus den Blogs der Bewerber zu sammeln.

Um die Site neutraler zu gestalten und von meiner Person während der Bewerbungsphase zu entkoppeln, habe ich den Burgenbot gewählt.

burgenbot

Der Burgenbot nutzt ifttt.com um existierende Bilder, Videos und Texte auf Twitter, Facebook und auf burgenblogger.org automatisiert zu posten. Der Burgenbot ist ein freundlicher Ritter, der sich auch gern verplaudert und schnell zum Sympathieträger wurde.

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Nach und nach kamen immer mehr Burgenblogger Bewerbungen zusammen und dem Burgenbot folgten viele Twitter Nutzer aus der Gegend des Mittelrheintals

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Die Menge der Veröffentlichungen der Burgenblogger Bewerber ist wirklich beeindruckend. Erste Bewerber bedauern bereits die Flüchtigkeit der Bewerberblogs.

//platform.twitter.com/widgets.jsParallel dazu kündigte die Rheinzeitung an, im eBook Markt aktiv zu werden

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Mit Alexander Klein habe ich mich beispielsweise über seine Online Umfrage per E-Mail verständigt.  Mit vielen anderen per Twitter oder Facebook. Immer mal wieder las ich Tweets, aus denen mir klar wurde, dass ich wirklich helfen kann.

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Mein grundsätzliches Ziel ist es, alle Akteure an einen oder mehrere virtuelle und reale Tische zu bekommen, damit sie miteinander reden und etwas Gemeinsames entwickeln.

Ich werde ein Tagebuch darüber schreiben, was ich erlebe, welche Zusammenhänge und Strukturen für mich sichtbar werden und was mir im Mittelrheintal an Vorstellungen, Ideen, Widerständen, Blockaden und Wünschen begegnet.

Ich möchte so der Gegend einen Spiegel vorhalten, teilnehmen an der Entwicklung, sowie Potenziale und Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen.

Und damit die wunderbaren Ideen der vielen Bewerber nicht einfach verschwinden, habe ich aus Ihnen ein eBook gemacht.

Burgenblogger im Mittelrheintal – Die Bewerber
Format DIN A4 – 250 Seiten

So – und nun braucht der Burgenbot wieder Futter für

Burgenblogger im Mittelrheintal – Die Entscheidung

Erscheinungstermin: 3. November 2014

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Ich räume meinen Kalender frei und werde Burgenblogger

Gestern morgen bin ich über diesen Tweet gestolpert

Gesucht wird 

ein Burgenblogger, der von einer Burg zwischen Bingen und Bacharach der Seele und dem Pulsschlag des Mittelrheintals nachspüren will und sechs Monate eintaucht in das Leben im Mittelrheintal – und darüber mit Herz und offenen Augen bloggt.  Wir suchen einen Menschen, der sich nicht über das Mittelrheintal erhebt, sondern sich auf diese Gegend einlässt – realistisch, aber auch mit einem Faible für die Thematik und einer Grundsympathie für die Mittelrheiner, die in dieser ebenso schönen wie strapazierten Region beheimatet sind.

Da antworte ich  spontan

Kalender ist frei geräumt, nun der Blogeintrag:

Mittelrheintal? Nie gehört.

Das Mittelrheintal ist seit 2002 Unesco-Welterbe.  Im State of Conservation wird der Ist-Zustand dieser Region beschrieben. Im Jahr 2013 beeinflussen Lärm, sowie zunehmendes Verkehrsaufkommen, ein Brückenprojekt über den Rhein und das Fehlen eines übergeordneten Plans für die nachhaltige Entwicklung der Gegend den Welterbe Status. Das  World Heritage Centre erwartet am 1. Februar 2015 einen aktualisierten Report.

Oha, da muss der Burgenblogger ja wirklich mal ran :)

8 Gründe warum ich der Burgenblogger bin

  1. Seit acht Jahren wohne ich in Fitou, Frankreich und bin selten in Deutschland. Ich kenne mich noch gut aus in der Deutschen Mentalität, bin aber lange genug weg um mit unverstelltem Blick über das Mittelrheintal schreiben zu können.
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    Blick über Fitou auf die Lagune von Leucate und das Mittelmeer

    Als Burgenblogger werde ich über die Vielfalt des  Mittelrheintals und seiner Menschen berichten.

  2. Vom Mittelrheintal habe ich  heute das erste Mal gehört und bin   neugierig auf mehr. Wie riecht es, wie schmeckt es, wie fühlt es sich an?
    Jan-Rotterdam
    Bild Hendryk SchäferCC-BY 2.0

    Der Nebel wird sich lichten, wenn ich erst Burgenblogger bin.

  3. Ich schreibe gern. In den letzten Jahren habe ich viele Computerbücher geschrieben, verkauft und auch kostenlos verteilt. Bisher sind über eine Million Exemplare heruntergeladen worden. Das mit dem Erklären komplexer Zusammenhänge in verschiedenen Sprachen funktioniert also. Seit den neunziger Jahren habe ich auch immer mal wieder gebloggt (Beispiel) aber meistens hinter den Kulissen für ganz grosse und ganz kleine Firmen die Content Management Systeme zusammengeschraubt.
    Foto Dries Buytaert  CC BY-NC-SA 3.0

    Als Burgenblogger werde ich endlich mal Zeit zum Bloggen haben.

  4. In den letzten Jahren habe ich mit meiner Traumfrau mehrere alte Haeuser im Bereich der Schlossruine von Fitou von Grund auf selbst restauriert. Ich habe mittlerweile einen sehr engen Bezug zur Geschichte dieses Ortes, zu dicken Mauern, Hanglagen, Wein, alten Baumaterialien und traditionellen Handwerkstechniken.
    On the roof
    Der Mensch im roten Overall bin ich, die Dame mit dem Kärcher an der Dachrinne ist meine Traumfrau. Das Haus unter uns ist mittlerweile fertig (22grandrue.com).

    Als Burgenblogger werde ich die Geschichten, Wünsche und Liebenswürdigkeiten der Mittelrheiner erkunden und beschreiben.

  5. Bevor ich nach Frankreich ging, war ich unter anderem bei MAN Sales Manager für den weltweiten Verkauf gebrauchter Omnibusse. Ich kenne mich daher im Bereich Verkehrsaufkommen, öffentlicher Nahverkehr und dessen Organisation und Finanzierung recht gut aus.
    MAN Bus

    Als Burgenblogger werden mir diese Erfahrungen im Umgang mit Menschen, Behörden und Unternehmen helfen.

  6. Seit vielen Jahren ist unsere Firma cocoate Initiator, Projekt-Manager und Projekt-Partner in zahlreichen multinationalen europäischen Projekten und ich bin meist in irgendeiner Form in darin involviert.
    Basics of communication workshop
    Developing a Communication Strategy (Principles of Communication)

    Als Burgenblogger wird es mir daher leicht fallen, mich zwischen den Kulturen im Mittelrheintal zu bewegen.

     

  7. Ich bin in der Welt herumgekommen, Deutschland ist jedoch bisher etwas zu kurz gekommen.
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    Joomla Fans in Shanghai, China

    Als Burgenblogger werde ich  einen Teil Deutschlands wieder neu entdecken :)

  8. Ich bin bekannt für pragmatische Lösungen komplexer Probleme. Es macht mir Spass, mich an den Schnittstellen zwischen verschiedenen Welten, Generationen und Interessen zu bewegen.
    About Hagen Graf
    About Hagen Graf

    Das Burgenblogger-Blog wird gut!

So, liebe Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE, Hüterin aller Burgen am Mittelrhein),  Rhein-Zeitung Koblenz (das Leitmedium am Mittelrhein) und Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz (ein „Think Tank“ für die Zukunft von Regionen in Rheinland-Pfalz).

Schickt einfach den Schlüssel für die Burg und die Zugangsdaten für das Blog an

Hagen Graf
36 Rue du Pla
11510 Fitou
France

Und das meine ich ebenso ernst wie optimistisch ;)


 

 1. UPDATE

Damit alle in diesem Projekt den Überblick behalten,  habe ich Planet Burgenblogger gestartet.

2. UPDATE

Ich habe gerade gelernt, was eine Blogparade ist und nehme daran mit diesem Post teil :)

3. UPDATE
Einen Monat später: #Burgenblogger – mein Plan

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Data Politics Privacy server Software

Meine Daten in den Zeiten der Cholera

Cloud

Viele Menschen teilen die Geschichte des Internet in eine Zeit vor den Enthüllungen von Edward Snowden und der Zeit danach. Mir geht es ähnlich. In den letzten 12 Monaten (2013/2014) war ich schlicht sauer und enttäuscht über das was ich da täglich hörte und las (NSA, GCHQ, BND, etc) und erinnerte mich an ein Lied von Kraftwerk aus dem Jahr 1981, also an ein Lied von vor mehr als 30 Jahren!

Interpol und Deutsche Bank,
FBI und Scotland Yard
Flensburg und das BKA,
haben unsere Daten da
Nummern, Zahlen, Handel, Leute
Computerwelt
Denn Zeit ist Geld
(Video auf Youtube)

Edward Snowden wurde 2 Jahre später geboren (1983).

Im Jahr 2005, also etwa 25 Jahre später war diese neue Computerwelt bereits Realität (Frank Rieger: We lost the war. Welcome to the world of tomorrow).

Wie sieht es denn bei Ihnen so aus?

Je nach persönlicher Situation haben Sie sich im letzten Jahr sicherlich einige Fragen im Zusammenhang mit Ihrer Privatsphäre, Ihren persönlichen Daten und den Aktivitäten von Regierungen und grossen Unternehmen gestellt.

Hier ein paar der harmloseren Fragen, die mir auf Anhieb einfallen:

  • E-Mail: Über welchen Provider verschicken Sie ihre E-Mails? Verschlüsseln Sie Ihre E-Mails?
  • Multimedia: Wo lagern Sie Ihre Fotos und Videofilme?
  • Bücher: Wo lagern Sie Ihre PDF und EPUB Dateien? Sind Sie Eigentümer dieser Dateien oder Besitzer?
  • Musik: Wo lagern Sie Ihre Musikdateien? Gehören Ihnen diese Dateien?
  • Art der Speicherung: Syncen oder streamen Sie?
  • Instant Messaging: Mit welcher Art Messenger kommunizieren Sie mit wem?
  • Dokumente: Wenn Sie eigene oder gemeinsame Dokumente erstellen, wie machen Sie das?
  • Website: Haben Sie eine Website? Wo lagern Sie diese?
  • Backup: Haben Sie eigentlich irgendwo ein Backup dieser Daten?
  • Kosten: Bezahlen Sie an irgendeiner Stelle etwas für diese Dienstleistungen?
  • Soziale Netzwerke: Haben Sie einen Facebook Account? Twitter? Google+?
  • Mobil: Nutzen Sie ein Smartphone?
  • Haus und Garten: Haben Sie per App schaltbare Lampen, Garagentore, Bewässerungsanlagen, Türöffner oder Heizungen?
  • Gesundheit: Messen Sie Ihren Blutdruck oder andere Parameter mit Hilfe von Apps?

Ich gehe mal davon aus, dass Sie ein E-Mail Konto bei Google oder einem anderen grossen Unternehmen, sowie ein Facebook Benutzerkonto haben und ein paar weitere Services nutzen.

Alle diese Services müssen auf der einen Seite Geld verdienen (meistens mit Werbung) und Ihre Daten je nach Gesetzeslage an entsprechende Regierungsstellen weitergeben. Die meisten Firmen dürfen nicht über die Weitergabe sprechen. Die konkreten Gesetze unterscheiden sich von Land zu Land. Bei Urheberrechtsbruch-, Terrorismus- und Kinderpornoverdacht dürfen die Behörden meist sehr schnell, sehr offiziell auswerten. Ohne ein Verdachtsmoment versuchen die meisten Länder die Metadaten der Kommunikation unterschiedlich lange zu speichern (Stichwort Vorratsdatenspeicherung).

Drohneneinsätze werden auf der Basis von Metadaten geplant und durhgeführt (Lesenswert: “Wir töten auf Basis von Metadaten” )

Um es mal kurz zu machen: Wir stehen alle ziemlich nackt im Netz.

Und ja: “Wir haben etwas zu verbergen!

Was können Sie und ich tun?

Ich glaube nicht, dass ich die Praxis des Abhörens abschaffen kann (Allein mit den Gedanken zu diesem Satz könnte man Bücher füllen :) )

Ich kann es den Abhörern schwerer machen, in dem ich versuche, Alternativen zu den Services der grossen Unternehmen zu finden und wo immer es geht, meine Daten zu verschlüsseln.

Und ich kann darüber schreiben, damit das mehr Menschen tun :-)

Plan

Ich habe beschlossen ausser meinen Websites einen möglichst grossen Teil meiner Daten selbst zu hosten und meine E-Mails selbst zu verwalten. Dazu konfiguriere ich mir einen Server, der mir, wo es geht, verschlüsselte Kommunikation erlaubt und der die Dienste anbietet, die ich so brauche und die auf Open Source Software basieren.
Beispiele siehe Tabelle, ich freue mich über weitere Ideen.

ServiceAlternative
E-MailGmail, Yahoo!, etcE-Mail Server, Exim + Aufsatz
Website/IntranetTumblr, WordPress.com, Trello, Basecamp, wordpress.comSelbstgehostete Website Webserver/DB FTP
FotosFlickrOwncloud, andere Idee?
Dateien (Musik, Film, PDF, eBooks)DropboxOwncloud, andere Idee?
Kollaborative DokumenteGoogle docsOwncloud, EtherPad
Surfen ohne Einschränkungenhidemyass.comSelbstgehostetes VPN
BackupiCloudDuply? Aber wohin?
MessengerSkype, TelegramJabber
TelefonierenSkypeVoIP Asterisk
OSOSX, WindowsLinux

 

Vertrauen

Vertrauen ist wichtig. Aber an dieser Stelle wird es heikel.

Um einen Server zu betreiben, braucht es Hardware. Die können Sie kaufen oder mieten. Normalerweise tun Sie das bei einem Hosting Provider. Der Hosting Provider mietet dafür Platz im Rechenzentrum und Konnektivität bei Netzbetreibern (Carrier) an. Netzbetreiber verlegen und vermieten die Kabel. Der Betreiber eines Rechenzentrums baut und vermietet die Räumlichkeiten an den Hosting Provider. Alle drei können prinzipiell meine Daten lesen.

  • Der Hosting Anbieter von Virtual Private Servern und Dedicated Servern kann auf diese Server auch ohne root Passwort zugreifen.
  • Ein Server ohne root Zugang fuer Dritte bedeutet, eine eigene Maschine in ein Rechenzentrum zu bringen (colocation). Diese Hardware ist dann allerdings jederzeit physikalisch greifbar für Dritte.
  • Die einzige “sichere” Möglichkeit ist ein Server, der von zuhause, oder einem Ort betrieben wird, über den Sie Kontrolle haben.

Jede Variante hat Vor- und Nachteile.

Ich werde über meine Erfahrungen berichten.

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re:publica 2014 – gucken und drüber reden

Ich kann leider nicht dabei sein und gucke einfach mal Videos von den Talks. Schaut sie euch mal an. Das dauert mal etwas Zeit, ist aber interessant und könnte auch eure Einstellung zu vielen Dingen verändern.

Sascha Lobo: Rede zur Lage der Nation (70 Minuten)

Hier noch ein Podcast (LNP090 Vorratsdatenspeicherungssprachregelung) aus Januar 2014 mit Tim Pritlove, Linus Neumann und Sascha Lobo.

Frank Rieger: Wer soll uns regulieren? (23 Minuten)

Evgeny Morozov: In doubt, be in doubt

The erosion of privacy is the collateral damage of the unrestrained information-economy.

Just the facts or all the propaganda?

“The battle to control the media narrative coming out of Ukraine and Russia has moved online.”

Well, hard to judge … the question from the audience concerning Western propaganda at the end was simply canceled …

Holm Friebe: Die Stein-Strategie (29 Minuten)

Eine halbe Stunde Werbung für sein Buch aber trotzdem gut.

Johnny Haeusler: Sie werden nicht glauben

Johnny hat mal die re.publica gegründet (in 2007). Ich mag den Talk wegen der Interaktivitätsnummer (@poll)

Torsten Kleinz: Geschäftsmodell der Zukunft (33 Minuten)

Während alle über die Zukunft des Journalismus diskutieren, hat sich Bullshit als florierendes Geschäftsmodell etabliert. Wo soll das hinführen? Der Vortragende ist ein wenig nervig (viele äähs) aber so grundsätzlich hat er natürlich recht. Es ist schwer, den Vortrag bis zum Ende durchzuhalten aber es sind doch ein paar interessante Sachen dabei. Für mich ist es immer wieder faszinierend wie einfach es ist mit der “Masse” zu spielen.

 

 

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Berichterstattung über den Konflikt zwischen der Ukraine und Russland

Ein Interview mit Gabriele Krone-Schmalz über die Berichterstattung über den Konflikt zwischen der Ukraine und Russland.