Was verdient ein Bürgermeister in Frankreich?

Pile of Euro Notes Nach meinen Erlebnissen bei der Bürgermeisterwahl stellte ich mir die Frage: “Was verdient eigentlich so ein Bürgermeister?”

Der Verdienst richtet sich nach der Anzahl der Einwohner der Gemeinde. Fitou hat 1.012 Einwohner. Das bedeutet der Bürgermeister erhält pro Monat mindestens 1.634,63 €. Jeder der vier Vertreter (adjoint) erhält mindestens 624,24 Euro (Quelle Wikipedia).

Je nach Situation der Gemeinde (beispielweise beliebter Touristenort) ist es es möglich, den Verdienst um 15% oder 50%  zu erhöhen. Das ergibt dann maximal 2.697,14 € für den Bürgermeister (Quelle Les maires peuvent-ils gagner plus? ). Ob das auch für die Adjoints gilt, weiss ich nicht.

Die fünf kosten pro Monat also mindestens 4.131,59 €. Jetzt ist mir auch klar, warum es bei der Wahl für die Liste der Adjoints 3 vote blanc gegeben hat 😉

Bei der letzten Wahl im Jahr 2008 hatte Fitou unter 1000 Einwohner. Es gab einen Bürgermeister und einen Adjoint. Die beiden erhielten gemeinsam mindesten 1.400 €. Die Personalausgaben für diesen Posten haben sich für die nächsten sechs Jahre also mindestens vervierfacht.

Scheisse weg?

Laute Geräusche in der Grand Rue machten mich heute neugierig. Ich ging auf die Strasse und sah …

Eine Kehrmaschine!

Hintergrund: In Fitou werden normalerweise die Strassen per Besen von Gemeindearbeitern gefegt. Ausserdem gibt es noch einen selbst gebauten “Strassen Staubsauger”, der in erster Linie Staub aufwirbelt

Heute wird das Dorf gesaugt ... Foto - Susanne Enseroth
Heute wird das Dorf gesaugt … Foto – Susanne Enseroth

und eine “Blumen-giess-was-passiert-dann-Maschine” (Link zum Video), die einen ohrenbetäubenden Lärm verursacht.

Viele Hundebesitzer in Fitou lassen ihre Hunde auf die Strassen, Gehwege und Blumenrabatten scheissen und pissen. Meistens haben die Dorfstrassen keine Gehwege, so dass man teilweise wirklich aufpassen muss nicht in einen Haufen zu treten.

Die Hundehaufen werden oft von Autos überfahren, so dass sie je nach Konsistenz hinterher wie eine breitgefahrene Bulette oder ein Kuhfladen aussehen (den Geruch muss man sich einfach vorstellen).

Die Gemeindearbeiter sind ziemlich angewidert, wenn sie beim Fegen dauernd Scheisse am Besen haben und müssen alle paar Wochen manche Strassen mit einer Desinfektionsspritze behandeln, damit es zu keiner Gefährdung der Bewohner kommt.

Und dann sehe ich heute folgende Szenerie:

Street sweeper
Street sweeper
Street sweeper

Die Strasse war hinterher so sauber wie noch nie. Ich konnte es gar nicht glauben.

Nach einem Gespräch mit den Gemeindearbeitern stellte sich heraus, dass der Kehrmaschinen Einsatz nur eine Demonstration sei und dieses moderne Gerät den gerade gewählten Abgeordneten vorgeführt werden sollte. Leider kam keiner davon zur Vorführung und so wurde einfach mal die Strasse gefegt. Dafür nochmal ein grosses Dankeschön von mir.

Mal sehen wie die Abgeordneten entscheiden. Die Gemeindearbeiter waren jedenfalls begeistert.

Das Gerät kostet etwa 80.000 Euro und es kann kehren (ganz wunderbar), saugen und Blumen giessen!

Für Kehrmaschinen Liebhaber: es ist eine Ausa B 200 H

Das neue AUSA Vakuum Saug-Kehrfahrzeug B200H. Effizient auf Gehsteigen, in Füßgängerzonen und auf schmalen Straßen. Geräuscharm, Umweltschonend durch reduzierten Kraftstoffverbrauch und eine reduzierte Arbeitslautstärke. Extrem kompakte 2m³ Saug-Kehrmaschine mit Zwei.,- bzw Allradlenkung.

Ich werde mal den Weg der eventuellen Kehrmaschinenanschaffung weiter verfolgen 😉