Sonntag 17:23 Uhr. Ich habe nun endlich das fertig, was ich diese Woche schaffen wollte. Fehlt nur noch ein Blogeintrag 🙂

Tine schreibt diese Woche über Kämpfe. Sie macht sich seit Wochen Gedanken darum und wir haben viel über das Thema geredet. Es ist echt interessant, gerade im Zusammenhang mit unserer individuellen Geschichte. Ich merke aber auch, dass mich dieses Thema kribbelig macht.

Ich bin eher so ein Konsenstyp. Wenn jemand mit mir kämpfen will, frage ich: “Warum?” und versuche dann eine Win-Win Situation herzustellen. In meinem Leben gab es glücklicherweise keinen Krieg, keinen Hunger und auch irgendwie keine anderen fiesen Dinge. Ich habe um alle Kampfsportarten im Schulsport einen grossen Bogen gemacht und bin in der Schule allen “Kämpfen” aus dem Wege gegangen. Ich habe den Kriegsdienst mit der Waffe verweigert (staatlich geprüftes Gewissen 🙂 ) und mir meine Jobs meistens selbst erfunden.
Der Gedanke für oder gegen etwas zu kämpfen, liegt mir fern.

Nichtsdestotrotz habe ich natürlich Ziele, die ich mehr oder weniger engagiert verfolge und meistens auch erreiche. Dann freue ich mich und setze mir neue Ziele.

Ich glaube das mit kämpfen wird völlig überbewertet. Wenn die eine Partei durch einen Kampf einen Vorteil erringt, dann hält das doch eh nur so lange, bis der Nächste kommt und dir diesen Vorteil wieder abjagen will. Da ist es doch langfristig viel klüger eine Regelung zu finden, die beiden Parteien zusagt. Sorry wenn das jetzt naiv klingt, aber ich halte es für eine gute Position, mit unterschiedlichen Situationen zurecht zu kommen.

Während ich das schreibe, macht mich Tine auf einen Spiegel Artikel aufmerksam, der sich ebenfalls mit Kämpfen befasst – Kampf um die Demokratie “Dieses Land ist unser Land“. Es ist ein wirres Machwerk um Demokratie in Deutschland, Bürgerrechtsbewegungen, die AFD und so weiter. 

So wird das doch nichts! Wenn man in einem Land leben will, so geht das doch nur miteinander und nicht gegeneinander.

1983 wurde bei der Verhandlung, ob ich als Kriegsdienstverweigerer anerkannt werde, mein Gewissen überprüft! Eine Gewissensentscheidung kann aber wegen des individuellen Charakters des Gewissens weder bewiesen noch widerlegt werden! Man fragte mich, was ich tue, wenn ich im Supermarkt stehe und jemand schiesst mit einer Maschinenpistole auf andere Leute. Ich sehe nur den Kopf des Menschen. Erschiesse ich ihn oder nicht? Natürlich erschiesse ich ihn nicht … womit denn? Ich trage keine Waffe. Ich habe keine Ahnung, was ich mache, wenn jemand vor meinen Augen meine Freundin vergewaltigt. Es fällt mir auch schwer, mir so etwas vorzustellen.

Von dieser Sorte Fragen gab es jede Menge.

Wütend war ich hinterher eigentlich nur auf die drei Fragesteller, die von der Bundeswehr kamen.

Ich muss mich jetzt mal schütteln und dann noch eine Stunde aufs Sofa. Um 19:30 Uhr sind wir zum Essen eingeladen.

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