Vor zwei Jahren (2016) sassen die Traumfrau und ich zusammen und beschlossen, dass ich mal wieder in die Welt ziehen solle um etwas Geld zu verdienen. Wir brauchten einen Puffer, falls das Auto kaputt geht und zur Beruhigung im Allgemeinen. Wir dachten ein Jahr würde reichen (News! I’m working as a Drupal Developer in Germany). Das mit dem Job klappte auch ganz gut und schwups, war ich wieder in dem Hamsterrad drin, aus dem ich bereits erfolgreich geflüchtet war. Aus einem Job wurden schnell vier und ich machte durchaus (ungewollt) so eine Art Karriere.

Vor einem Jahr (2017) überlegte ich, wie das mit meinem Leben so weitergeht (27 Jahre) und war mir sehr unsicher, wie lange ich noch arbeiten sollte/müsste/könnte. Die Worte “genug” und “Vertrauen” spielen bei diesen Überlegungen eine grosse Rolle. Ich weiss selten, wann es genug ist und Vertrauen in viele Systeme dieser Welt habe ich auch nicht wirklich.

Nun ist schon wieder ein Jahr vorbei und ich habe unseren Reiseplan ein wenig halbherzig begonnen in die Tat umzusetzen. Wir waren in Jordanien und in Süd-England. Beide “Road Trips” waren ganz wunderbar aber auch viel zu kurz und dadurch für mich anstrengend. Ich brauche nach einem Tag reisen mindesten einen halben Tag um das Gesehene zu recherchieren, zu diskutieren, zu verarbeiten und um es dann mit meinem durchaus flexiblem Weltbild zu synchronisieren.
Das mit der ungewollte Karriere läuft derweil total gut. Menschen rufen an und fragen mich Dinge. Ich freue mich, wenn ich helfen kann. Das ist auf der einen Seite schön, auf der anderen Seite hilft es mir nicht wirklich. Ich weiss ja, dass ich das kann und ich könnte das auch die nächsten 26 Jahre machen.

Aber ich habe doch “nur noch” 26 Jahre (statistisch gesehen). Und da will ich doch noch Reisen und Dinge ausprobieren und lesen und reden und Sprachen lernen und den Garten schön machen und, und, und.

Gestern sass ich wieder mit der Traumfrau zusammen und wir haben alle offenen privaten Projekte auseinandergedröselt, priorisiert und in den Kalender eingetragen. Denn wir müssen hier ja mal “zu Potte” kommen und Dinge zu Ende bringen.
Der Kalender ist jetzt mit den “dringendsten Dingen” voll bis Mai 2019, ohne weitere Reisen, die hatten wir zwar schon gebucht, nun aber schweren Herzens gecancelt.
Danach machen wir einen neuen Plan, wie wir all unsere Dinge hier vor Ort zu Ende bringen werden, was vermutlich bis Ende 2020 dauern wird.

Ich habe zuerst überlegt, alle meine Social Media Accounts zu löschen, den Computer wegzulegen und dann gewissermassen unterzutauchen bis alles erledigt ist 🙂 … die Sache aber wieder verworfen, da ich nicht so viel Zeit mit Social Media verbringe.

Ich werde allerdings keine weniger Zeit haben, um für Andere und für Geld zu arbeiten. Es ist eine schwierige Entscheidung für mich und es wird mir schwer fallen, Menschen zu sagen, dass ich ihnen nicht helfen kann/will, weil ich meine Zeit anders verplant habe. aber ich habe beschlossen mich aus den meisten Jobs zurückziehen oder sie auf das absolute Minimum herunterfahren. Das fällt mir auch deswegen schwer, weil es mir ja durchaus Spass macht.

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