Fedicamp 2022

Fedicamp mit Regenbogen
Fedicamp mit Regenbogen

Fedi ist die Abkürzung von Fediverse.

Camp ist die Abkürzung von Camping.

Fediverse ist die Gesamtheit aller dezentralen Social Media Dienste im Internet, die über das Activitypub Protokoll verbunden sind.

Das Activitypub Protokoll ist ein dezentrales Kommunikationsprotokoll das Interoperabilität erlaubt.

Interoperabilität ist die Möglichkeit über unterschiedliche Dienste miteinander zu kommunizieren. Also beispielweise einen Kommentar oder Like zu einem Post zu erstellen, unabhängig vom benutzten Dienst.

Hinweis: Das wäre etwa so, als wenn du von deinem Instagram Account einen Kommentar oder ein Like zu einem Tweet auf Twitter posten könntest und jemand antwortet darauf über TikTok, Facebook oder WhatsApp

Was im „real existierenden Plattform-Kapitalismus-Lock-in“ aus Gründen der Abgrenzung nicht funktionieren darf, funktioniert sehr gut im Fediverse.

Und weil es so gut funktioniert, kam Wuffel auf die Idee, man könnte sich mal treffen. 

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Gesagt, getan. Vom 4.8.-8.8.2022 traf man sich auf geschichtlich interessantem Boden, nämlich in Gorleben im Gasthaus Wiese. Gorleben ist der sagenumwobene, buchstäblich umkämpfte und, Stand heute, glücklicherweise gescheiterte Versuch ein Atommüll Endlager in Deutschland zu bauen. 

Aber zurück zum Fedicamp. Es nahmen etwa 30, durchweg interessante Personen teil und ich habe mich vier Tage und Nächte über viele Themen mit diesen Personen ausgetauscht. Ich habe sogar einen Vortrag über Yunohost und Pixelfed gehalten.

Die Verfügbarkeit sehr unterschiedlicher Personen im Sinne von Alter, Sozialisation, Einkommen, individueller Story, politischen Standpunkten tat mir sehr gut.

Ich habe Dinge über Fridays For Future in Halle, Ende Gelände, Piraten in Dresden, Nix OS, Activitypub in der europäischen Union, den Verein Digitalcourage, elektrisch betriebene Campervans, luxuriöse Kaffeezubereitung, Castor und Pollux Behälter, CO2 Motoren, Knoten-Techniken, Taxi Geschäftsmodelle, private Aufforstungsaktionen in Lübeck, den ultimativen Buchladen und viele andere Sachen mehr erfahren. Das war super und durchaus mit dem großen CCC Camp zu vergleichen. 

Der „Klebstoff“ zwischen den Personen war tatsächlich dieses Fediverse, indem man werbefrei, dezentral und ohne algorithmische Timelines kommunizieren kann. 

Für mich am beeindruckendsten war allerdings der Ort mit dem geplanten Atommüllendlager , etwa 2 km entfernt, für hoch radioaktiven Müll, die Pilot-Konditionierungsanlage, das fertige Salzbergwerk und dessen Aushub und eine private Gedenkstätte mit dem Greenpeace Schiff Beluga. Es ist ein sehr symbolischer und bedrückender Ort, teilweise wie aus einer anderen Welt, der den ganzen Atomwahnsinn gut repräsentiert. Die Erzählungen von Leuten, die dabei waren, machten mich schon fertig und liessen mich an der Realität/Menscheit verzweifeln.

Behind the fence, 113 #Castor containers filled with highly radioactive nuclear waste lie in an above-ground hall. The containers are 400 degrees Celsius hot inside and will last about 30 years. So far, there is no material that can withstand the nuclear waste. The first containers are now 27 ys old. Each container weighs 117 tons. In total, Germany has highly radioactive waste for 1500 Castor containers. They have to be guarded for 100,000 years. There is no solution yet
#gorleben #nuclearwaste

https://pixel.cocoate.com/i/web/post/461537192602863568

Um es kurz zusammen zu fassen: Es gibt weltweit keine Endlösung für das Problem des strahlenden Atommülls! 

Was mir aber sehr viel Mut gemacht hat, ist das Vorhandensein vieler junger Menschen, die teilweise sehr durchdacht an einer anderen Realität arbeiten. Das geht hin und wieder auch ein wenig durcheinander und über das Ziel hinaus aber die Richtung ist gut.

In diesem Zusammenhang finde ich auch das Bits und Bäume Projekt interessant. Es bringt Computermenschen wie mich (Bits) mit Klimamenschen (Bäume) zusammen und führt zu neuen Erkenntnissen.

Ich halte Fediverse Treffen für wichtig! Es ist so eine Art Zusammenleben auf Zeit mit für mich interessanten Menschen.

Das Fedicamp war das erste Treffen dieser Art und es soll 2023 wieder stattfinden. 2023 soll es auch in Österreich ein Fedicamp geben.

Wenn es irgendwie geht, werde ich dabei sein.

Ach und bevor ich es vergesse.

Ich betreibe gemeinsam mit ein paar Freunden aus dem Virtualapero Projekt das Fimidiverse. Wir bieten dort Mastodon (Alternative zu Twitter), Pixelfed (Alternative zu Instagram) und WriteFreely („Social blogging”) an. Wenn ihr wollt, könnt ihr es nutzen 😀

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48 comments

  1. Danke für diesen schönen Bericht! <3
    Ich hätte gern noch mehr Zeit mit Dir und all den anderen verbracht. Es waren durchweg sehr "spannende" bzw. interessante Menschen da.

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