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Heute mal mit Musik

Ich bin musiktechnisch recht schmerzfrei. Wenn ich Musik höre, die mir gefällt, geht es mir besser als vorher.
Momentan passiert es mir wieder öfter, das ich allein an “unüblichen” Orten arbeite, beispielsweise Anfang der Woche im Wartesaal des Leipziger Hauptbahnhofs, vorgestern im Auto, abends auf einem Parkplatz, ihr wisst schon ….  

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Events Germany Music

Punk

Ich war gestern in einem Punk Konzert.

1976 (also vor 40 Jahren) kam ich in der Schule das erste mal mit Punks in Berührung. Sie hatten vom System die Nase voll und machten ihr eigenes Ding. Das konnte “Bier trinken” und “schräge Klamotten tragen” sein, aber auch Gedichte schreiben, Ratten dressieren, ausgefallene (mit Bier) gestylte Frisuren und ähnliches. Mehrere Punker waren damals in meiner Klasse und ich fand das gut. Das was mir gefiel war die Auflehnung gegen Leute, die dir sagen wollen wie du zu leben hast. Also so ziemlich jeder in der Schule …

Bands wie die Sex Pistols waren “in” aber doch sehr weit entfernt von der norddeutschen Tiefebene. Trotzdem, weil es so schön ist – Anarchy in the UK mit explodierenden Flugzeugen und durchaus kommerzieller Cleverness.

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32C3 Art Fun Internet maker Music server

#32c3

Between christmas cookies, marzipan , house renovation and usual life, I managed to watch #32c3 video streams from the chaos communication congress in Hamburg.

Here are a few talks I watched:

  • EN – Keynote: Fatuma Musa Afra
    Einfach mal gucken (hier meine Gedanken dazu)
  • DE – Netzpolitik in der Schweiz 2015/16NDG, BÜPF und wie wir uns dagegen wehren
    2015 und 2016 sind wichtige Jahre für die Netzpolitik in der Schweiz, denn die Parlamente entscheiden sowohl die Revision des BÜPF (Bundesgesetz betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs) als auch das NDG (Nachrichtendienstgesetz).
  • DE – NSA-Untersuchungsausschuss: Zwischen Aufklärungswillen und Mauern aus Schweigen Im März 2014 wurde der NSA-Untersuchungsausschuss im Bundestag eingesetzt, der die Verwicklungen um die deutschen Geheimdienste aufklären soll. Ein Rück- und Ausblick: Was wissen wir heute, was erwartet uns noch?
  • EN – Shopshifting – The potential for payment system abuse
    Payment systems are old and have – unlike card protocols – seen little scrutiny so far. This talk enumerates design and implementation flaws in payment processing systems, which can defraud consumers and merchants.
  • EN – The exhaust emissions scandal („Dieselgate“)
    Take a deep breath into pollution trickery.
    Analysis of the emission scandal shaking the German automotive industry from a procedural, organizational and technical level. Includes insight into cheating for advanced managers and code extraction from ECUs from Ebay. And from Volkswagen. Initially.
  • EN – My Robot Will Crush You With Its Soft Delicate Hands!
    How to design and fabricate soft robots using everyday materials. In this talk Matthew Borgatti, Lead Scientist at Super-Releaser, will take you through the process of turning a puddle of goo into a working soft robot. He will take you through the different mechanisms that can be created, simple processes for fabricating soft robots, and methods for joining elements together into sophisticated assemblies.
  • DE – Netzpolitik in der Schweiz 2015/16
    2015 und 2016 sind wichtige Jahre für die Netzpolitik in der Schweiz, denn die Parlamente entscheiden sowohl die Revision des BÜPF (Bundesgesetz betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs) als auch das NDG (Nachrichtendienstgesetz).
  • EN – Mahsa: Mobile Censorship in Iran
    As Internet users increasingly connect to the Internet through smartphones, this has transformed Iran’s Internet ecology towards an increasing reliance and production in apps. In Iran, a country that practises some of the most stringent censorship and surveillance techniques in the world has seen this transformation reshape the way the government implements information controls online. While applications with popular usage on browsers such as Facebook and Twitter remain blocked through their mobile applications, platforms that predominantly exist in app form such as WhatsApp, Viber, and Instagram remain unblocked in the country. This talk will look at how the government is counteracting these policies through various means, including local imitation apps, and new programs such as ‘intelligent filtering’, and the Revolutionary Guards’ “Spider” program. Additionally, a discussion of how Iranian Internet users use these platforms, especially in reference to digital security awareness and practices will be included.
  • EN – taziden, Adrienne Charmet: One year of securitarian drift in France
    Earlier this year, following the tragic events of early January in Paris, the French governement pushed a bill to put a legal framework around Intelligence Services activities. Far from protecting civil liberties, this bill seem to be the translation of Snowden’s revelations into law.
  • EN – Roland Bracewell Shoemaker: Let’s Encrypt — What launching a free CA looks like
    Let’s Encrypt is a new free and automated certificate authority, that entered closed beta in October and has already issued a large number of valid certificates. This talk will provide a short overview of  how the Let’s Encrypt client and server software work, and explore
    statistics gathered during our closed beta and launch period.
  • DE – Netanel Rubin: The Perl Jam 2
    tl;dr EXPLOIT ALL THE PERL. AGAIN.
    After last year’s Perl crackdown, I decided I have to take the Perl abuse to the next level. This time I focused on Perl’s core, or more specifically, the referencing mechanism, and shattered the security of most Perl CGI projects in the world.
  • DE – Steini: Quantenphysik und Kosmologie
    Unsere Welt ist nach allem was wir heute wissen im kleinsten Massstab völlig bizarr aufgebaut und im grössten also im kosmologischen Massstab besteht sie ziemlich genau aus nichts. Wie hängt das zusammen und was hat das mit dunkler Materie und dunkler Energie zu tun und was zum Geier ist eigentlich die “spukhafte Fernwirkung” von der Einstein damals sprach und warum hat bis heute keiner so recht verstanden wie das alles zusammenpasst?
    Hast du schon mal davon gehört, dass die Quantenphysik irgendwie schräg ist, hast dich da aber noch nicht ran getraut, obwohl du das gerne besser verstehen wollen würdest? Denkst du manchmal drüber nach, wie zum Geier das komplette Universum mit allen Sternen und Planeten ganz früher mal in einen Tischtennisball oder sogar noch was kleineres gepasst haben soll? Hast du schon mal davon gehört, dass ein Proton angeblich aus drei Quarks besteht und denkst, “jaja, ihr könnt mir viel erzählen”. Und klinkt sich dein Vorstellungsvermögen aus, wenn du versuchst dir so was wie ein “schwarzes Loch” vorzustellen, das unendlich klein sein soll und dabei unendlich schwer? Dann bist du hier genau richtig. Ich will dir ohne wesentliche Vorkenntnisse vorauszusetzen im Grossen und Ganzen den Zusammenhang näher bringen, deine Faszination für das Thema wecken oder füttern und dir Mut machen, dich weiter damit zu beschäftigen. Du darfst hier Fragen stellen, dich wundern, zweifeln und irritiert sein.
    Wenn du an Quantenheilung, Vortex Atome und holistische Quanten-Kinesiologie glaubst, dann bist du herzlich willkommen um zu lernen, dass das mit Quantenphysik nichts, aber auch wirklich gar nichts zu tun hat, aber sei bitte nicht enttäuscht, wenn ich auf diese Themen nicht eingehe. Eine Stunde ist viel zu Kurz um zusätzlich eine Einführung in die Prinzipien der Wissenschaft zu halten.
    Wenn du aber schon mal die Schrödingergleichung hergeleitet hast oder gerne über die Vorteile der M-Theorie gegenüber der Super-Stringtheorie schwadronieren möchtest oder wenn du diskutieren möchtest, ob es vielleicht auch noch ein Typ 3 Weyl Fermion geben kann, dann langweilst du dich hier vermutlich, das können wir dann ja gerne ein anderes mal machen ;-)
  • DE – Fefe, frank: Fnord-Jahresrückblick
    Wir helfen euch, die Fnords zu sehen, wenn nach einem klaren Fall von Selbstmord der Zensor pinkeln war und die Stahlbälle den maximalen Realitätsabstand eingenommen haben.
  • DE – Martin Haase/maha, Kai Biermann: „Nach bestem Wissen und Gewissen“ – Floskeln in der Politik
    In der politischen Rede sind immer wieder Floskeln zu beobachten, zum Teil gibt es Moden, wie im Zusammenhang mit dem so genannten No-Spy-Abkommen, wo Handlungen wiederholt mit „bestem Wissen und Gewissen“ gerechtfertigt wurden. Auch das „volle/vollste Vertrauen“ der Kanzlerin ist auffällig. Der Vortrag vertritt die Hypothese, dass solche Phrasen nicht zufällig sind, dass sie eine Funktion besitzen. Es wird erläutert, was mit ihnen erreicht werden soll. Es wird außerdem der Frage nachgegangen, wie Floskeln sich durch häufigen Gebrauch in ihrer Bedeutung verändern bzw. verselbständigen und gegen den Sprecher wenden können.
  • EN – rop, frank: Ten years after ‚We Lost The War‘
    The talk „We Lost The War“ was presented at Congress ten years ago, causing quite a stir. It was a prediction of a dark future that did not sit well with many people, but unfortunately many predictions have come true meanwhile. This talk will try to address what comes next, as well as what the hacker community can do to make things better.
  • EN – CAGE, Cerie Bullivant: The Price Of Dissent
    CAGE exists to highlight abuses of the War on Terror. It has uncovered many secrets of governments that they would like to remain secret, and is now one of the most targeted organisations in the UK. Hear how the state attempts to suppress dissent, and yet we manage to speak out.
  • DE – Grundrechte gelten nicht im Weltall!
    In den nunmehr Hunderte A4-Seiten füllenden Live-Protokollen des NSA-BND-Untersuchungsausschusses, die bei netzpolitik.org nachzulesen sind, verbergen sich interessante Antworten auf Fragen, die niemand gestellt hat, vorher unbekannte juristische „Theorien“ des BND und Perlen verlogener Rabulistik.

 

Something to read – media

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Garden Music

My rock

Yesterday and today in the morning I tried to understand what Libre FM/GNU FM is all about. I managed to install it on a server but didn’t got the idea what it’s doing (now I know). I started to research about scrobbling, music data, last.fm, Ampache, API, mp3, ogg, m4a … and all these music streaming services and buzzwords. Then I thought

there must be some open source software to listen to music stored on my server

I played around with ownCloud, their music app, several clients like Tomahawk … I doesn’t work.

It was frustrating so I decided to go in the garden and work on my “Rock” :)

After 5 hours of work, I was happy again.
Now I’m listening another two hours to my music and I’m even more happy :)

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Music

Ein 10 Jahre altes Interview mit Yusuf Islam

Ich bin ueber dieses Interview “gestolpert” als ich den Wikipedia Eintrag ueber Cat Stevens gelesen habe. Es ist nur ueber Archive.org erreichbar und entsprechend schwer auf dem Telefon zu lesen. Hier ist es etwas lesbarer und hier war mal der Originaltext http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/553/32521/

Alexander Gorkow interviewt Yusuf Islam (29/30.5.2004)

Yusuf Islams Management lässt vorab ausrichten: Der Mann, der mal Cat Stevens war, wird bittedanke nur Fragen zur aktuellen DVD beantworten. Die DVD zeigt wiederum ein schönes Konzert von Cat Stevens aus dem Jahre 1976. Das Management Yusuf Islams teilt ferner mit: Keine Fragen zur Religion, keine Fragen zur Politik, keine Fragen zu Yusuf Islams angeblicher Gutheißung der Fatwa gegen Salman Rushdie. Das „Charlotte Street Hotel“ liegt im Londoner Westend. Hier um die Ecke hat schon der kleine Cat Stevens im Restaurant der Eltern gekellnert. Es war ein griechisches Lokal, und wie alle griechischen Lokale hieß es „Moulin Rouge“. Yusuf Islam wird nur wenige Interviews geben. Aus drei Ländern kommt jeweils exakt ein Journalist zu einer einstündigen Audienz nach London. Yusuf Islam ist dann kein Gesprächspartner im eigentlichen Sinne. Sondern eine Erscheinung. Ein allerliebst Erleuchteter. Freundlich, grundsätzlich, und immer aber auch mit einem britischen Mundwerk ausgestattet, das ihm schon als Kind diente, sich und die harte Welt nicht nur ernst zu nehmen. Übrigens hat auch er ein Aufnahmegerät dabei und lässt es mitlaufen. Nie mehr wird ein Journalist ihn ungestraft falsch zitieren. Das Foto entstand während unseres Interviews im wirklich sehr schönen „Charlotte Street Hotel“. Draußen im Foyer saß derweil der ehemalige Led-Zeppelin-Sänger Robert Plant und pfiff jungen Frauen hinterher.
Es kann so oder so kommen, wenn man mal ganz, ganz groß war in den 70ern.

SZaW: Entschuldigen Sie bitte, aber ich bin auf dem Weg hierher etwas nervös geworden. Plötzlich überlegte ich, wie man Sie korrekt anspricht. Cat? Mister Stevens? Mister Islam? Oder ist Islam mehr so ein Künstlername . . .

Yusuf Islam: Yusuf! Mein Name ist einfach nur Yusuf. Sie dürfen mich Yusuf nennen.

SZaW: Okay, Yusuf. Wir haben immer ein Thema, ein Wort, über das wir reden.

Yusuf Islam: Das gefällt mir, das ist okay.

SZaW: Ich möchte mich mit Ihnen über das Licht unterhalten.

Yusuf Islam: Licht.

SZaW: Ja, denkt man an Ihre Musik, denkt man an eine überschaubarere, vielleicht hellere Welt. Sicher ein Trugschluss . . .

Yusuf Islam: Nein, nein, Licht ist gut. Reden wir über das Licht. Ohne Licht keine Hoffnung.

SZaW: Auf der jetzt veröffentlichten DVD „Majikat“ – einer Aufzeichnung Ihrer letzten Tournee von 1976 – wirken Sie idealistisch, schön, strahlend. Wie sind Ihre Erinnerungen an diese Zeit?

Yusuf Islam: Die 70er waren ein wenig so, ja. Recht erleuchtet. In den 60ern haben wir die Farbe Grau, die bis dahin alles beeinflusst hatte – die Mode, die Musik –, wir haben diese Farbe mehr oder weniger abgeschafft. Sicher haben wir in den 70ern dann die Früchte geerntet. Und wir hatten ein strahlendes Verhältnis zum Licht, zur Natur! Die Natur war stets etwas, sagen wir: wundervolles für uns.

SZaW: Wieso lächeln Sie?

Yusuf Islam: Lassen Sie mich so sagen: Was wir nicht wahrhaben wollten, war natürlich, dass die Katze die Maus frisst, der Hund frisst die Katze, selbst die lieben Vögel fressen immerhin noch die lieben Insekten. Man könnte sagen: Insgesamt war die Realität der Natur leider nicht ausschließlich so, wie wir sie haben wollten.

SZaW: War man damals ein wenig . . .

Yusuf Islam: Naiv?

SZaW: Ja, oder auch ganz schlimm verkitscht?

Yusuf Islam: Naiv würde ich sagen. Das trifft es. Und natürlich recht kommunistisch.

SZaW: Kommunistisch?

Yusuf Islam: Ja, insgesamt waren wir sogar sehr kommunistisch. Sie verstehen?

SZaW: Im streng politischen Sinne?

Yusuf Islam: Eher im weltanschaulichen Sinne. Jeder sollte gleich mit dem anderen sein, es sollte keine Unterschiede mehr geben, jedem sollte alles und nichts gehören. Alle waren gleich. Und alles war gleich. Mir fällt gerade ein: Ich schrieb damals einen Song, der Titel war „Into White“.

SZaW: Worum ging es in dem Lied?

Yusuf Islam: Dass alles, dass vor allem alle, alle, alle Farben am Ende in einem großen Weiß zusammenlaufen.

SZaW: Die Einswerdung aller Farben?

Yusuf Islam: Ja. Sonderbar, oder?

SZaW: Nein, sehr schön.

Yusuf Islam: Die Farben gehen sozusagen auf im einen großen Weißen. Darum ging es in dem Song. Ja. Nun ja.

SZaW: Könnte man sagen, ohne dass ich das jetzt negativ meine, dass auch Sie persönlich etwas naiv waren?

Yusuf Islam: Man könnte sogar sagen, dass ich der König aller Naiven war, mein Lieber!

SZaW: Verstehe.

Yusuf Islam: Was nicht heißt, dass ich mich dafür schäme. Sonst würde ich jetzt diese DVD nicht veröffentlichen. Wir waren wirklich ein wenig wie erleuchtete Kinder. Sehr pur einerseits. Sehr verwirrt andererseits. Keine Frage.

SZaW: Sie erscheinen auf der DVD so rein, irgendwie so unschuldig – ich meine jetzt nicht im sexuellen Sinne.

Yusuf Islam: Schon klar.

SZaW: Sie sahen zum Beispiel nicht aus wie jemand, der harte Drogen nimmt.

Yusuf Islam: Ich hatte vor harten Drogen – und dem ganzen anhängenden Markt – eine erhebliche Paranoia. Ich meine, wir haben damals alle unsere Erfahrungen mit Drogen gemacht, es waren ja die 60er, nicht wahr, hehe! Aber: Mich machten Drogen lethargisch, nicht kreativ. Drogen sind so. Sie machen dich zufrieden, obwohl du keinen Grund dazu hast, zufrieden zu sein. Ich wollte immer weiter kommen. Ich habe Drogen dabei als etwas wahrgenommen, das mich davon abhält, weiter zu kommen. Das Timothy-Leary-Prinzip lautete ja, wo wir gerade über Licht reden: Aufhellung durch Drogen. Nun, ich empfand Drogen aber nicht als aufhellend. Sondern als isolierend, als verdunkelnd. Also habe ich es gelassen.

SZaW: Dann sind Sie ab 1977 nicht im klassischen Sinne weitergekommen, sondern ausgestiegen. Sie lasen den Koran, den Sie von Ihrem Bruder David gereicht bekamen – und dann waren Sie plötzlich für den Pop verloren.

Yusuf Islam: Was heißt: nicht weitergekommen?

SZaW: Nun, so sah es aus. Die Musik verlor einen ihrer beliebtesten Helden. Ihre Songs kennt heute noch jedes Kind.

Yusuf Islam: Eben, diese Lieder gehen ja nicht verloren, sie werden immer wieder neu interpretiert. Aber: Ich hatte das alles, verstehen Sie? Ich hatte das alles, alles, alles. Ich kannte das. Es war in Ordnung.

SZaW: Sie waren auf der Suche.

Yusuf Islam: Das ist richtig.

SZaW: Als Sie aufhörten, kam Punkrock gerade groß raus. Sie hätten Punkrocker werden können, eine neue Welt entdecken.

Yusuf Islam: Nun . . .

SZaW: War nicht so ernst gemeint.

Yusuf Islam: Das ist schon okay. Ich hielt Punkrock Ende der 70er übrigens für eine wundervolle Sache. Das Problem war: Er ging nirgendwo hin. Er haute alles kaputt. So weit, so gut. Dann aber ging er nirgendwo hin. Und letztlich war er auch nur the same business I already had.

SZaW: Sagen Sie mir, wieso Sie am Zenith Ihrer Popularität ausgestiegen sind? Viele Menschen mutmaßen bis heute, Sie seien verrückt geworden. Zumal Sie sich bis jetzt mehr oder weniger komplett weigerten, die Medien zu bedienen.

Yusuf Islam: Nun, das ist so gar nicht mysteriös. Ich entdeckte eine neue Welt, und diese neue Welt war interessant genug, der alten Welt den Rücken zuzukehren.

SZaW: Können wir uns kurz auch über diese neue Welt unterhalten?

Yusuf Islam: Naja, schauen Sie: ,Nicht weitergekommen’ ist eine Kategorie, die jene Leute vergeben, die ,das Weiterkommen’ anders definieren als ich. Ich entdeckte, dass es eine Kraft gibt, die alles zusammenhält. Dass es einen Grund für alles gibt. Der Grund war Gott. Allah.

SZaW: Hat Sie die perplexe Reaktion der Öffentlichkeit erstaunt?

Yusuf Islam: Ja, ich war überrascht.

SZaW: Nun, Sie waren extrem populär. Sie hatten viele Spuren hinterlassen.

Yusuf Islam: Ja, aber ein Job sollte nicht nur dazu da sein, Spuren zu hinterlassen. Es sind schöne Spuren, aber das kann nicht alles sein. Man sollte dahin gehen, wohin man gehen will. Und nicht auf die Spuren achten, die man hinterlässt. Also bin ich gegangen. Dies auch nochmal zum Weiterkommen, von dem Sie sprachen: Wenn Sie Gott entdecken, wenn Sie sehen, dass es den Schöpfer gibt, dass Sie seinetwegen da sind, dann ist das eine Erkenntnis, die Sie weiterbringt. Es ist am Ende übrigens sogar eine rationalere Entscheidung, als Sie annehmen mögen.

SZaW: Sie haben auch etwas verloren: Ruhm.

Yusuf Islam: Well, fame really never left me. Als ich mein Hilfsprojekt im Kosovo startete, sind die Leute dort in den Dörfern ausgeflippt, als sie hörten, dass ich der bin, der mal Cat Stevens war. Sie kreischten, verstehen Sie? In den Dörfern des Kosovo! Das war seltsam. Das war wirklich ernsthaft seltsam für mich.

SZaW: Andererseits hörte man von Ihnen nie die alte Klage, dass das Pop-Geschäft Sie ruiniert oder auch nur belastet habe. Sie klangen nie frustriert – wie so viele Ihrer alten, ausgebrannten Kollegen.

Yusuf Islam: Das Pop-Geschäft hat mich nicht ruiniert. Es war eine gute Zeit. Ich meine, die Leute ins Dunkle zu sperren und sie für ein paar Stunden auf das Licht der Bühne gucken zu lassen, das ist das ganze Showbizz, that’s all, nicht mehr, nicht weniger. Wenn sich Leute darüber aufregten oder Musiker in einem Selbstfindungsprozess darüber verzweifelten, sagte ich immer: Hey, relax, es ist nichts Falsches daran, dass sich Menschen bei einem Popkonzert mental ein wenig entspannen. Es ist auch nichts Falsches daran, der Mann zu sein, der vorne im Licht steht und für diese Entspannung sorgt. Es hat nur nichts mit dem zu tun, was wir das Leben nennen. Was mich anging, sagte ich mir: Nun sollte es bitte jemand anderes machen.

SZaW: 1977 wären Sie vor Malibu fast ertrunken. Anschließend bezeichneten Sie es als Gottesfügung, dass eine Welle Sie wieder Richtung Land schob. Was, wenn Sie einfach Glück hatten?

Yusuf Islam: Ah, die alte Frage.

SZaW: Ich weiß nicht, ob ich Gott gedankt hätte. Ich bin mir da schrecklich unsicher.

Yusuf Islam: Wissen Sie was? Sie werden niemals einen Atheisten auf einem sinkenden Schiff finden. Wirklich nicht. Es sei denn, es befindet sich der eine oder andere Narr auf diesem Schiff.

SZaW: Was, wenn die Welle trotz Ihrer Gebete eine Glückswelle war?

Yusuf Islam: Nein, hören Sie, ich wäre wirklich ein verdammter Narr gewesen damals, wenn ich gedacht hätte, ich könnte den Ozean besiegen, die Situation war absolut ausweglos, glauben Sie mir.

SZaW: Sie baten Gott um Hilfe. In der Not . . .

Yusuf Islam: Ja, in der Not fangen die Leute an, zu glauben. Es gibt – wenn die Not nicht so groß ist – die Angewohnheit, immer alles dem Schicksal zuzuschreiben, oder dem Glück, oder dem Pech. Ich glaube aber nicht daran, dass alles aus dem Nichts kommt, dass alles ohne Grund da ist. Es gibt einen Plan. Und der Plan lautet: Barmherzigkeit. Ich habe es erfahren.

SZaW: In der Not fangen die Leute an, zu glauben, aber wenn ein Kind geboren wird, neigt man da nicht zu: Schaut mal, das habe ich gemacht!

Yusuf Islam: Oh, falls es Ihnen so erging. Haben Sie Kinder?

SZaW: Ja.

Yusuf Islam: Also, als meine Kinder geboren wurden – und ich habe ja nun fünf inzwischen – stand ich da und rief: Was ist das denn?

SZaW: Sie haben die Kinder doch gemacht. Zum Beispiel Ihren schönen Sohn Mohammed, der eben in seinem irdischen Paul-Smith-Cordanzug hier im Zimmer stand und sehr exakt so aussieht wie Sie vor 30 Jahren.

Yusuf Islam: Ich bitte Sie! Der Zeugungsakt war nichts im Vergleich zu dem, was da herauskam. Ein ganzer Mensch. Ein Charakter. Fertig ausgebildete Gliedmaßen. Jahre später laufen diese Kinder meilenweit herum und halten kluge Vorträge. Als wäre nichts gewesen. Nun lachen Sie. Aber so ist es doch.

SZaW: Ja, vielleicht. Aber Sie lachen auch.

Yusuf Islam: Ja, hey, ich meine: Kinder sind Wunderwerke. Menschen sind Wunderwerke. Entschuldigen Sie, aber: Da gehört mehr dazu als ein Mann und eine Frau, die miteinander schlafen.

SZaW: Yusuf, so wie Sie könnte auch ein gläubiger Christ reden, Sie aber zog es zum Koran. Warum wurden Sie Moslem?

Yusuf Islam: Ich glaube, der Koran ist die Göttliche Schrift, der Islam ist die Göttliche Religion. Nichts hier ist interpretiert oder umgeschrieben worden. Alles ist original und einmal aufgeschrieben. Ich wurde auch nicht gedrängt, den Koran zu lesen. Ich tat es einfach. Und ich fand in der Schrift Antworten zu meinen Fragen. Ganz einfach. Wir werden hier nicht in die Einzelheiten gehen können, aber ich kann Ihnen versichern: Diese Schrift ist faszinierend. Und wenn Sie sie lesen, werden Sie sehen: Sie spendet Licht, keine Dunkelheit. Und sie ist sehr friedlich.

SZaW: Wir sitzen hier in London, in einer Kapitale des westlichen Lebensstils, auch in einer Kapitale des so genannten Kriegs gegen den Terrorismus. Die Leute hier rechnen mit einem Anschlag . . .

Yusuf Islam:. . . hören Sie . . .

SZaW:. . . in der Stadt, die ja auch Ihre Stadt ist! Hier sind Sie aufgewachsen, hier leben Sie bis heute . . .

Yusuf Islam:. . . hören Sie: Der Islam ist die Göttliche Religion, und ich kann Ihnen versichern, dass ich froh bin, diese Religion für mich entdeckt zu haben, sehr lange bevor sie in die Schlagzeilen geriet. Die wahre Religiosität – und je nach Glaubenslage nicht nur der Islam – führt uns zum Licht, zur Liebe und zur Hoffnung.

SZaW: Die Religion – und offenbar auch der Koran – führt auch zu Hass.

Yusuf Islam: Nein. Lasten Sie nicht dem Koran oder dem Islam ein Vergehen an, das sich aus Politik und Rassismus speist. Menschen, die wahrhaft spirituell sind, hassen nicht. Sondern sie lieben. Die Menschen, die hassen, wollen Kontrolle haben über andere. Glauben Sie mir, dass dies mit der Schrift des Koran nichts zu tun hat, aber dafür mit: Politik. Auch Moses führte die Leute nicht ins Verderben, sondern zum Licht.

SZaW: Was finde ich, wenn ich den Koran lese?

Yusuf Islam: In aller Kürze: Sie finden dort sich selbst. Der Koran wendet sich – und das macht ihn so faszinierend – direkt an Sie, vollkommen unabhängig von Ihrem Stand, Ihrer, sagen wir, Stammeszugehörigkeit, Ihren Interessen oder sonst was.

SZaW: Woher kommt das dunkle Image des Islams, die verhüllten Frauen, das mittelalterlich Anmutende . . . das alles ist doch keine reine Medienprojektion.

Yusuf Islam: Schauen Sie, es ist eine Frage der Auslegung. Und es ist immer eine Frage, was Menschen daraus machen. Natürlich entwickeln sich Länder anders als andere Länder, aus wirtschaftlichen Gründen, auch aus Gründen der Trennung von Religion und Staat und so weiter. Die Verhüllung der Frauen in den muslimischen Ländern war ursprünglich mal, und sie ist es im Kern immer noch, ein Signal der Bescheidenheit, der Zurückhaltung – nicht der Unterdrückung! Kennen Sie ein Bild der nackten Jungfrau Maria? Sie werden es nicht finden. Ich finde, man sollte das nicht jedem Katholiken als Unterdrückung der Frau auslegen. Ich meine: Bezweifle ich, dass es Moslems gibt, die zu weit gehen? Nein, das bezweifle ich nicht. Aber ist es nur ein Problem des Islams? Noch einmal: Wahrhaft spirituelle Menschen spenden Licht und Hoffnung, sie spenden Barmherzigkeit.

SZaW: Sehen Sie heute mehr Licht als in den 70ern, als Sie so erleuchtet wirkten?

Yusuf Islam: Definitiv. Ich war damals sicher ein eher haltloser Mensch. Als ich die DVD mit dem Konzert von 1976 jetzt wieder sah, dachte ich: Was für tolle Musik wir gemacht haben! Aber: Hören Sie sich mal das haltlose Gerede des Cat Stevens von 1976 an. Zwischen den Liedern. Was habe ich da geredet? Ein orientierungsloser kleiner Junge.

SZaW: Sie haben also inzwischen mehr Weisheit angesammelt.

Yusuf Islam: Ich habe mehr Wissen angesammelt. Was ist Licht? Licht ist eine Metapher für Bildung. Ich glaube, dass es heutzutage kein interessanteres Thema gibt als die Bildung, als die Frage: Wie erziehen wir unsere Kinder? Welche Werte vermitteln wir Ihnen? Im Englischen gibt es den Begriff vom bright child . . .

SZaW:. . . ein Kind, dem ein Licht . . .

Yusuf Islam:…ja, einem strahlenden, erleuchteten Kind. Es macht pling. Verstehen Sie? Die Bildung ist das höchste Gut, das wir unseren Kindern bieten können.

SZaW: Eine Frage, von der ich weiß, dass Sie sie nicht beantworten wollen. Vor einigen Jahren wurden Sie in den Medien weltweit sehr hart attackiert. Man unterstellte Ihnen , Sie hätten . . .

Yusuf Islam:. . . mmh . . .

SZaW:. . . Sie hätten die Fatwa gegen Salman Rushdie unterstützt. Was, wenn Sie nun die Gelegenheit nutzen . . .

Yusuf Islam:. . . lassen Sie mich dazu nur eines und das ganz, ganz ehrlich sagen: Ich habe die Fatwa nie unterstützt. Nie! Es war ein Missverständnis vom ersten Moment an. Es ist mir von einem englischen Journalisten, dem ich etwas erklärt habe, eine sehr böse Falle gestellt worden. Ich habe anschließend versucht, das aufzuklären, aber das Ding war in der Welt. Da ist es bis heute. Nochmal: Ich habe niemals die Fatwa unterstützt. Punkt. Mehr nicht dazu. Okay?

SZaW: Okay.

Yusuf Islam: Schauen Sie, ich glaube nicht an Huntingtons Clash of Civilizations. Ich glaube an Civilization. An die Menschlichkeit. Es gibt die Zivilisationen nicht. Es gibt nur die Zivilisation. Es ist eine Entwicklung. Ein Prozess.

SZaW: Wird es nochmal eine Tour von Ihnen geben? Richtige Konzerte, mit den alten Liedern? Und ein paar neuen? Sie könnten die notleidende Konzertveranstalterbranche sanieren!

Yusuf Islam: Ich habe eine total dickköpfige Frau.

SZaW: Die will das nicht.

Yusuf Islam: Die will das nicht.

SZaW: Also nicht.

Yusuf Islam: Wobei – wie oft sagen wir, das und das gibt’s nie mehr, plötzlich ändert sich alles, und schon gibt’s das und das doch wieder. Im Moment ist eine Tour nicht geplant. Aber wer weiß, eines Tages . . .

SZaW: Yusuf, letzte Frage, da wir Schluss machen müssen. Wenn ich jetzt gleich heim fliege: Ist Allah dann mit mir?

Yusuf Islam: Mmh.

SZaW: Inzwischen wissen Sie ja, dass ich mir noch nicht sicher bin, ob ich an ihn glauben soll. Ist er trotzdem bei mir?

Mmh.

SZaW: Oder nicht?

Yusuf Islam: Also, wenn Ihnen auf Ihrem Weg zurück nach München irgendwas überraschendes auffällt, womöglich nur eine Kleinigkeit, mit der Sie nicht gerechnet haben . . .

SZaW: Ja?

Yusuf Islam: . . . dann sollten Sie mal an ihn denken!

Yusuf Islam, 56, verabschiedete sich am 23.Dezember 1977 von seinem Künstlernamen Cat Stevens und konvertierte zum Islam. Der von Fans und Kritikern über die Maßen gefeierte Songwriter Cat Stevens, der mit Hits wie „Moonshadow“, „Father and Son“, „Morning has broken“ und „Lady D’Arbanville“ mehr als 50 Millionen Platten verkauft hatte, war danach Geschichte.

Yusuf Islam verschrieb sich dem Koran und Hilfsprojekten unter dem Dach der Vereinten Nationen, die er – im Kosovo, im Irak, aber auch in seiner Heimatstadt London – mit viel Geld und Tatkraft unterstützt. 2003 wurde er mit dem World Social Award ausgezeichnet.

Die DVD „Majikat“, die seine legendäre und letzte Tour als Cat Stevens im Jahre 1976 dokumentiert, ist soeben bei „Eagle Vision“ erschienen. Ein Großteil der Einnahmen aus dem Verkauf der DVD will Yusuf Islam für seine Hilfsprojekte verwenden.

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Udo Lindenberg – eigentlich bin ich ganz anders

Also ich oute mich jetzt mal als alter Udo Fan. Udo Lindenberg ist ja momentan nicht so angesagt und auch schon 61 Jahre :-)

In meinem letzten Joomla! Buch habe ich ihn mal zitiert.

Seit dem wir unsere CD Sammlung im Netz haben, gibt es immer freundliche Menschen, die uns hin und wieder neue Musik vorspielen … in diesem Fall war es Thomas Fassler.

Aber Udo Lindenberg war in meinem Kopf soooooooowas von gestern.

Und dann macht der Mann einfach mal ein neues Album (naja, vermutlich mehr der Produzent … aber egal – ich mach mein Ding …).

Alter!
Was hat die Zeit mit uns gemacht?

Und so geht das auf der ganzen CD … wow